Corona-Imfpung

© APA - Austria Presse Agentur

Chronik Österreich
10/13/2021

Derzeit gibt es so wenige Corona-Impfungen wie zu Jahresanfang

Am Beginn der Impfaktion mangelte es am Vakzin, jetzt fehlen Impfwillige. Einzig das Burgenland konnte das Interesse steigern.

von Elisabeth Holzer

„Die Impfzitrone ist fast ausgepresst“, merkte Wolfgang Wlattnig, stellvertretender Landesamtsdirektor in der Steiermark, vor Kurzem an: Die Anzahl der Erststiche sinkt kontinuierlich, in der Steiermark wurden zuletzt pro Woche mehr Auffrischungsimpfungen als Erstimmunisierungen verabreicht. Bundesweit gab es vergangene Woche bloß 71.570 Impfungen-  darunter nur noch 42 Prozent Erststiche.

Die Anzahl der Impfungen ist nun auf das Niveau von Jänner gesunken und damit auf seinem niedrigsten Stand. Doch damals waren Vakzinengpässe schuld, jetzt der Mangel an Impfwilligen trotz der längst unkomplizierten Zugänge zur Corona-Schutzimpfung: Impfbusse touren durch Gemeinden, Impfstraßen verabreichen Vakzine ohne Termin, es gibt Impfevents mit Zuckerln wie Eintrittskarten für Fußballspiele oder Gutscheine - sogar solchen für Bordelle.

Die Durchimpfungsrate stagniert dennoch. Rund 61 Prozent der Österreicher sind vollständig immunisiert, doch homogen ist das Bild nicht. Die Bundesländer schwanken zwischen knapp 57 Prozent (Oberösterreich) und knapp 69 Prozent (Burgenland), die Bezirke liegen zwischen 51 Prozent (Braunau in Oberösterreich) und rund 72 Prozent (Oberpullendorf im Burgenland).

Richtig auffällig sind die Unterschiede auf Gemeindeebene: Die niedrigste Durchimpfungsrate gibt es in Spiss in Tirol mit knapp 32 Prozent, die höchste in Kleinmürbisch im Burgenland mit 82,10 Prozent. Wobei das Burgenland mit seiner Impflotterie womöglich den richtigen Ton getroffen hat: Unter den zehn Gemeinden mit den höchsten Impfraten stammen acht aus dem Burgenland, das Bundesland weist auch die höchste Durchimpfungsquote generell aus. Ein Faktum, auf das SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil schon mehrmals hinwies: Er forderte weniger Corona-Einschränkungen für das Burgenland, sobald die Quote 80 Prozent oder mehr erreicht hat. Dafür fehlen dem Bundesland nur noch wenige Tausend Impfungen.

Doch Doskozil ist an das Covid-Maßnahmengesetz sowie an die daran hängenden Verordnungen gebunden. Dies gibt den Rahmen vor, der strenger ausgelegt werden kann (wie in Wien), aber keinesfalls lockerer, wie am Dienstag seitens des Gesundheitsministeriums betont wurde. „Die epidemiologische Lage wird beobachtet. Sollten die Corona-Zahlen über einen längeren Zeitraum ein deutlich niedrigeres Niveau erreichen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um über Lockerungen zu reden“, macht das Ministerium klar, dass Alleingänge der Länder eher nicht drin seien.

Warten auf Lockerungen

Vergangene Woche gab es durchschnittlich rund 1.800 neue Infektionen mit dem Coronavirus pro Tag, am Dienstag befanden sich 880 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung in Spitälern, das sind um knapp sechs Prozent mehr als am Tag zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz lag bei 143,7.

Auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen heißt es somit noch warten. Ebenso wie auf die rechtsgültigen Regeln für die Wintersaison, die speziell für Skiliftbetreiber und Tourismusbetriebe Änderungen bringen dürfte.: Ab November soll beispielsweise 3G (geimpft, genesen, getestet) auch für Gondeln gelten, doch „die Details werden nun zwischen den zuständigen Ministerien abgestimmt“, hieß es am Dienstag. Derzeit gilt FFP2-Pflicht in Gondeln und im Wartebereich. Verlängert wurde indes bereits die Verordnung, die Veranstaltungen regelt, es gilt weiterhin ab 25 Personen die 3-G-Regel.

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