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Chronik Österreich
04/26/2020

Debatte um Kurzarbeit bei Hilfsorganisation

Während Zivildiener angeheuert worden sind, wurde angestammtes Personal in Kurzarbeit geschickt. Neos und SPÖ stellten Anfragen.

von Raffaela Lindorfer, Caroline Ferstl

Kurzarbeit gibt es in Zeiten von Corona auch bei den Hilfsorganisationen. Es gibt weniger Krankentransporte ins Spital, zudem sind viele soziale Dienste derzeit nicht möglich.

Das Österreichische Rote Kreuz hat von 8.600 hauptberuflichen Mitarbeitern 489 in Kurzarbeit geschickt. Betont wurde, dass niemand aus dem Rettungsdienst betroffen sei.

Beim KURIER meldeten sich nach einem entsprechenden Bericht vergangene Woche aber mehrere Betroffene aus verschiedenen Bezirken, die teilweise angaben, im Rettungsdienst angestellt bzw. als Ausbildner tätig zu sein. Darunter Notfallsanitäter – das ist die höchstmögliche Ausbildungsstufe.

Das Thema kommt jetzt ins Parlament: SPÖ und Neos kritisieren in diesem Zusammenhang nämlich den Einsatz von Zivildienern. 1.500 wurden ja Anfang April verlängert, dazu haben sich 2.000 ehemalige Zivis freiwillig gemeldet.

Neos-Abgeordneter Yannick Shetty etwa findet es „absurd“, dass zwangsweise verlängerte Zivildiener an vorderster Front arbeiten, während eigene Mitarbeiter zu Hause sitzen. Sowohl die Kurzarbeit als auch die Zivis werden großteils von der öffentlichen Hand finanziert – das sei „Steuergeldverschwendung“.

Shetty, der selbst als Freiwilliger im Rettungseinsatz ist, stellt nun Anfragen an die Ministerinnen Christine Aschbacher (zuständig für Kurzarbeit) und Elisabeth Köstinger (für Zivildienst). Neue Verlängerungen gibt es ab Mai nicht. Köstinger erklärte, es seien genügend Freiwillige da.

Den Verdacht, dass das Rote Kreuz profitiere, hegt SPÖ-Abgeordneter Rudi Silvan und fordert in einer Anfrage an das Gesundheitsministerium genaue Zahlen.

Alleine beim Roten Kreuz in Niederösterreich sind 223 von rund 1.200 Mitarbeitern in Kurzarbeit – warum? „Auch wir müssen mit dem Geld, das uns Spender, Bund, Länder und Gemeinden überantworten, sorgsam umgehen, und können nicht Mitarbeiter einfach bei vollen Bezügen freistellen“, heißt es von der Landesstelle.

Bei Arbeiten, die derzeit nicht möglich oder sogar behördlich verboten seien, müsse man sich daran halten.

Die Zivis brauche man im Sinne einer vorausschauenden Personalplanung, „damit auch im Falle einer Verschlechterung der Lage genug Helfer da sind“.

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