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Chronik Österreich
12/26/2020

Kälteste Nacht des Jahres? Bis minus 20 Grad

Stellenweise sind zum Wochenbeginn massive Niederschläge zu erwarten - bis zu einem halben Meter Neuschnee ist möglich.

von Michael Pekovics

Die Nacht von Samstag auf Sonntag könnte laut Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale die bis dato kältesten des Jahres werden. Laut Prognose sorgt einfließende Polarluft dafür, dass es in den Nachtstunden inneralpin auf bis zu minus 15 Grad abkühlt. Regional - beispielsweise in St. Jakob im Defereggental - soll es gar auf bis zu minus 20 Grad abkühlen, prognostiziert Spatzierer. Zu Wochenbeginn kündigt sich im Süden des Landes dann erneut ergiebiger Schneefall an.

Bereits jetzt herrscht in weiten Teilen Vorarlbergs und Tirol Lawinenwarnstufe drei.

Vor allem im Süden und Westen kann es am Montag stark schneien, vor allem in Osttirol, Kärnten und am Tiroler- und Salzburger Alpenhauptkamm. Bis zum Abend erreichen die Niederschläge auch Oberösterreich und den Osten.

Die Schneefallgrenze sinkt zum Wochenbeginn auf 600 bis 800 Meter. Stürmischer Südföhn an der Alpennordseite kann die Wolkendecke aufreißen und ein paar Sonnenstrahlen bescheren.

Es bleibt weiter kalt. Für Montag werden Frühtemperaturen zwischen minus 9 und plus 3 Grad erwartet, die Tageshöchsttemperaturen werden zwischen 3 und 7 Grad liegen.

Schneefälle lassen nach

"Am Montag schneit es in Kärnten und in Osttirol stark. In tiefen Lagen ist zeitweise auch Regen möglich, vor allem in Unterkärnten", sagt Michael Tiefgraber von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Auch am Dienstag schneit es, aber nicht mehr so stark. Insgesamt kommen von Montag bis Dienstag in den Niederungen von Kärnten und Osttirol zwischen 20 und 60 Zentimeter Neuschnee zusammen. Bis zu 60 Zentimeter sind besonders im Lesachtal und im Gailtal zu erwarten. Auf den Karnischen Alpen und den Karawanken schneit es stellenweise um die 80 Zentimeter.

Zu hohe Schneelast auf den Dächern

Durch den starken Schneefall Anfang Dezember sind in einigen Regionen die Schneelasten auf den Gebäuden bereits im Bereich der Normgrenzen. "In Osttirol und Oberkärnten liegen auf den Dächern derzeit meist pro Quadratmeter 250 bis 300 Kilogramm Schnee. Das ist in höher gelegenen Tälern noch deutlich unter den Baunormen. Unterhalb von 1100 Meter Seehöhe werden die entsprechend niedrigeren Normwerte für Schneelast aber mancherorts schon überschritten", sagt ZAMG-Experte Alexander Radlherr.

Ein Liter Niederschlag bringt pro Quadratmeter ein Kilogramm zusätzliches Gewicht. Somit ist Anfang der Woche in Osttirol und Oberkärnten verbreitet mit einer Zunahme der Schneelast von etwa 20 bis 60 Kilogramm pro Quadratmeter zu rechnen.

"Ob an bestimmten Gebäuden Maßnahmen notwendig sind, wie ein Abschaufeln von Dächern, muss je nach Bausubstanz und lokaler Schneelast durch Statiker entschieden werden. Das kann man mit großflächigen Auswertungen nicht beurteilen", sagt ZAMG-Experte Alexander Radlherr. „Da beim Abschaufeln immer wieder Unfälle passieren, sollte man sich unbedingt erkundigen, ob es im konkreten Fall überhaupt notwendig ist."

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