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Chronik Österreich
08/10/2021

Das planen Kindergärten für den Herbst

Für die Schulen liegt bereits ein Sicherheitskonzept vor. Nun werden auch erste Details für die Kindergärten bekannt.

Vorige Woche hat Heinz Faßmann einen Vier-Punkte-Plan präsentiert, der einen "sicheren Schulstart im Herbst" gewährleisten soll. Schulschließungen und Schichtbetrieb seien keine Option mehr, betonte der Bildungsminister: "Das will in der Regierung keiner mehr."

Nach der Präsentation des Sicherheitskonzepts wurde die Frage laut: "Und was ist mit den Kindergärten?" Da Kindergärten in die Entscheidungkompetenz der Länder fallen, ist das Bildungsministerium formal nicht für diese zuständig, hat aber jetzt Empfehlungen abgegeben. 

Unterschiedliche Regelungen

Dennoch: Der Betrieb in den Kindergärten wird von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ablaufen. So setzt man etwa im Osten auf Tests auch für Kinder, in der Steiermark auf die 3-G-Regel und in Salzburg auf Luftfilter. Hier die wichtigsten Punkte:

Ein Punkt des Sicherheitskonzeptes für Schulen ist die sogenannte "Sicherheitsphase": In den ersten beiden Wochen nach Schulbeginn sollen demnach alle Schüler unter dem Motto "Alles spült" dreimal pro Woche getestet werden - mindestens einmal per PCR-Test. 

Damit sollen unter anderem infizierte Reiserückkehrer ausgemacht werden. An den Kindergärten ist diese Sicherheitsphase mit intensiven Tests nicht vorgesehen. In mehreren Bundesländern wird lediglich auf die allgemeinen Vorgaben des Bundes für Reiserückkehrer verwiesen. In Wien werden Reiserückkehrer zum Testen bereits vor dem Wiedereinstieg in den Kindergarten aufgerufen, in Tirol gilt dieser Aufruf für alle Reiserückkehrer ab sechs Jahren.

In Wien will man im Kindergarten auch danach aufs Testen setzen. Im Büro des zuständigen Stadtrats Christoph Wiederkehr (NEOS) verweist man darauf, dass das Gratis-PCR-Testangebot "Alles Gurgelt" auch für die meisten Kindergartenkinder nutzbar ist. Die Details zu den Corona-Schutzmaßnahmen in Kindergarten und Schule sollen kommende Woche präsentiert werden. Die Mitarbeitertests werden jedenfalls weiter durchgeführt, auch Geimpfte sollen laut Empfehlung der Stadt freiwillig weiter zweimal pro Woche testen. Für Neueinstellungen in den städtischen Kindergärten soll außerdem ab Herbst eine Corona-Impfpflicht gelten.

In Niederösterreich sollen die Details des Corona-Sicherheitskonzepts in Kindergärten laut dem Büro von Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) in den nächsten Tagen kommuniziert werden. Fix ist, dass die mit Mitte Mai auf alle Einrichtungen ausgerollten Antigen-Schleckertests auch künftig zur Anwendung kommen, außerdem gilt für Neuaufnahmen in den Kindergärten im Bundesland künftig eine Corona-Impfpflicht.

In anderen Bundesländern sieht man indes keine Notwendigkeit für ein Testen von Kindergartenkindern. Laut Verordnung des Bundes sei derzeit keine Testpflicht für Kinder unter zwölf Jahren vorgesehen, heißt es aus Kärnten. Regelmäßige Testungen bei unter Sechsjährigen werden kritisch gesehen und sollten nur anlassbezogen erfolgen, wird in der Steiermark betont. Stattdessen setzt man dort auf die 3-G-Regel für alle Personen ab 12 Jahren. Wer nicht geimpft, getestet oder genesen ist, muss im Kindergarten durchgängig Maske tragen.

Ampelregelung, Luftfilter

In Oberösterreich laufen unterdessen noch Überlegungen und Planungen zu Tests und zu Regelungen je nach Infektionsgeschehen, etwa einer "Ampelregelung". Dabei wolle man sich an den geplanten Empfehlungen des Bildungsministeriums orientieren. Auch in Kärnten und der Steiermark ist wieder eine "Ampelregelung" angedacht, um auf das regional unterschiedliche Infektionsgeschehen eingehen zu können.

In Salzburg setzt Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) auf die aus ihrer Sicht bewährte "Bildungsampel", die sich am Infektionsgeschehen in den Bezirken orientiert. Außerdem soll der Einsatz von Luftfiltern für zusätzliche Sicherheit sorgen, in Salzburg wird deren Anschaffung zu 50 Prozent gefördert.

In Tirol sieht man die Verantwortung in Sachen Luftfilter unterdessen bei den Gemeinden als Erhalter der Kindergärten, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) gegenüber der APA. Eine einheitliche Gesundheitsstrategie des Bundes für Kindergärten wäre sinnvoll und begrüßenswert, hieß es. Keine Rückmeldung gab es vorerst aus Vorarlberg und dem Burgenland.

Abwasseranalysen

In 116 Kläranlagen in ganz Österreich sollen regelmäßig Abwasseranalysen vorgenommen und so steigendes Infektionsgeschehen frühzeitig erkannt werden. Über 3.000 Schulstandorte und somit von 75 Prozent der Schüler kann man derart im Blick halten. Vorteil: Im Abwasser kann das Virus bereits eine Woche vor einer Infektion nachgewiesen werden. Wird das Virus nachgewiesen, können also alle Schulen einer gewissen Region vorgewarnt werden und mit Tests oder einer Ausweitung der Maskenpflicht präventiv reagieren. "Ich finde das Verfahren sensationell", sagte Faßmann.

Die Kindergärten sollen nun auch in diesen Abwasseranalysen berücksichtigt werden. Bei erhöhtem Risiko in einer Region sollen dann vom Ministerium neben den Schulen auch die Kindergärten vorgewarnt werden, um dann regional mit schärferen Sicherheitsmaßnahmen reagieren zu können.

Ab wann das Frühwarnsystem anschlägt, steht noch nicht fest. Grenz- und Schwellwerte sollen in den nächsten Wochen festgelegt werden. 

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