Chronik | Österreich
13.11.2018

„Das Leben ist härter geworden“

Familie Fluch hat sich für Leben in Niederösterreich entschieden: „Möchten nicht in der Stadt wohnen.“

Niederösterreich. „Wir haben nicht das Gefühl, dass sich unsere Situation in den vergangenen zwei, drei Jahren verbessert hat.“ Unzufrieden sind Birgit, 35, und Gerald Fluch, 38, samt ihren beiden Kindern Kevin, 11, und Sofie, 8, mit ihrem Leben in der Landgemeinde Viehdorf im Bezirk Amstetten in Niederösterreich aber deshalb nicht.

Das Leben am Land habe viele Vorteile, verlange aber auch mehr Aufwand und Einsatz, erzählt Birgit: „Tauschen mit Stadtmenschen möchten wir trotzdem nie“, versichert die zweifache Mutter.

Elf Jahre ist es her, dass man sich den Kredit genommen und den elterlichen Wohnsitz zum Zweifamilienhaus ausgebaut hat, erzählt das Ehepaar. „Jetzt heißt es noch lange abzahlen. Dass wir beide arbeiten müssen, ist selbstverständlich. Wir brauchen deshalb aber auch zwei Autos“, gibt Birgit, die in Teilzeit im Einkaufszentrum als Verkäuferin arbeitet, Einblick ins Familienleben. „Jedes der Autos ist 17 Jahre alt“, sagt ihr Mann Gerald.

Angewiesen auf den öffentlichen Postbus könnte er seine Dienstantritte bei der Straßenmeisterei unmöglich schaffen. Ein Autotausch steht in nächster Zeit an, finanziell wird das nicht leicht zu packen sein, ist sich der Vater bewusst. Auch andere Anschaffungen oder Urlaube müssen immer wohlüberlegt werden. „Uns gefällt es in Österreich immer sehr gut“, wirft Kevin ein. „Das Leben ist härter geworden. Der Kostendruck steigt und die Klimasituation ist irritierend. Die Zukunft sehe ich aber trotzdem positiv“, analysiert Birgit Fluch. Den Klimaschutz wolle man sich in Hinkunft noch mehr zu Herzen nehmen.

Mehr Fahrgemeinschaften, um Autofahrten zu vermeiden und weniger Plastik im Haushalt sind Ziele. Birgit: „Wir heizen mit Pellets, können viel Gemüse aus dem eigenen Garten verwerten, Eier haben wir ganzjährig von den eigenen Hühnern. Eigentlich haben wir es recht gut.“