SALZBURG: CORONAVIRUS -  FLACHAU AB MITTERNACHT UNTER QUARANTÄNE / BÜRGERMEISTER OBERREITER

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Chronik Österreich
03/31/2020

Coronavirus: Zell am See, Saalbach und Altenmarkt in Quarantäne

In Salzburg sind nun insgesamt neun Gemeinden unter Quarantäne. Bestimmungen für Flachau werden verschärft.

von Matthias Nagl

Die Coronavirus-Quarantäne in Salzburg wird auf die Pinzgauer Bezirkshauptstadt Zell am See, Saalbach-Hinterglemm und Altenmarkt im Pongau ausgeweitet. Das gab Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Dienstagvormittag bekannt.

In den Gemeinden Flachau, im Gasteinertal und im Großarltal bleibt die Quarantäne aufrecht. In Flachau werden die Bestimmungen verschärft. In der 2.800-Einwohner-Gemeinde ist ab morgen auch der Berufsverkehr untersagt. Ausgenommen vom Verbot sind Versorgungsfahrten mit Lebensmitteln oder Treibstoffen. Die ursprünglich für zwei Wochen verhängte Quarantäne über sechs Gemeinden wäre in der Nacht auf Mittwoch ausgelaufen. Nun gilt sie in den neun Orten bis mindestens 13. April, also nach Ostern.

Haslauer begründet die Ausweitung der Sperre über drei weitere Orte mit einer "dynamischen Entwicklung" bei den positiven Fällen in den betreffenden Gemeinden. So gab es seit 21. März in Zell 71 und in Saalbach 31 Neuerkrankungen.

Vor allem Tourismusorte betroffen

Bei allen drei zusätzlich in Quarantäne gekommenen Gemeinden handelt es sich um große Tourismusorte. Das könnte ein Grund für die verstärkte Ausbreitung des Virus sein. Es werde während der Saison "in all diesen Orten gefeiert, ein Träger des Virus kann eine ganze Kette auslösen", sagte Haslauer.

Was genau nun der Auslöser für den starken Anstieg war, ist aber auch beim Land weiter unbekannt. "Die Entwicklung ist so, wie sie jetzt ist. Wir können das auch nicht im Detail sagen, wo es herkommt", erklärte der Landeshauptmann.

Saalbach ist etwa ein spezieller Fall. Da gab es den ersten positiven Fall eines britischen Touristen bereits am 5. März. Die Wintersaison lief in Salzburg wie in Tirol noch bis zum 15. März. "In Saalbach war es nach dem ersten Fall sehr gut im Griff, die weitere Entwicklung war unauffällig. In den letzten zehn Tagen gab es aber eine massive Trendwende", sagte Haslauer am Dienstag.