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Chronik Österreich
10/12/2020

Salzburg kämpft vor der Wintersaison gegen Reisewarnung

Der Bezirk Tennengau bekommt ab Dienstag österreichweit die strengsten Regeln. Haslauer: "Die Zahlen sprechen gegen uns."

von Matthias Nagl

Das Land Salzburg zieht die Zügel an. „Da müssen wir jetzt durch, wir müssen runter mit den Infektionszahlen. Wir haben einen Handlungsauftrag, davon lasse ich mich nicht abbringen“, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Montag. Die Landesregierung will eine Reisewarnung durch Deutschland, den wichtigsten Herkunftsmarkt für den Tourismus, vor der Wintersaison unbedingt vermeiden.

Deshalb treten am Dienstag im Tennengau, wo die Infektionszahlen zuletzt besonders stark gestiegen sind, neue Maßnahmen in Kraft. Veranstaltungen werden komplett verboten, ebenso Privatpartys im öffentlichen Raum. In Kuchl wird die Sperrstunde auf 17 Uhr vorverlegt und im Seniorenheim gibt es ein Besuchsverbot.

Österreichweit sind das aktuell die strengsten Maßnahmen. Im Tennengau hat sich die Zahl der aktiv Infizierten innerhalb einer Woche von 93 auf 176 beinahe verdoppelt. Offenbar waren auch die Angaben mancher Erkrankter falsch.

Kontaktsuche schwierig

„Es ist mittlerweile schwierig, beim Contact-Tracing korrekte und genaue Antworten zu bekommen. Die Eigenverantwortung ist sehr gering geworden. Das erschwert unsere Arbeit enorm“, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Vor diesem Hintergrund gab Haslauer am Montag einen Ausblick auf die nahende Wintersaison im Tourismus.

Eine deutsche Reisewarnung schwebt dabei angesichts steigender Zahlen über Salzburg. „Die Zahlen sprechen momentan gegen uns. Entscheidend ist, dass wir rechtzeitig zur Wintersaison wieder aus einer etwaigen Reisewarnung heraußen sind“, sagte Haslauer. Wie wichtig der deutsche Markt für den Salzburger Tourismus ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage unter Tourismusbetrieben.

Hoffen auf Schnelltests

Für 96 Prozent der Betriebe zählt Deutschland zu den wichtigsten drei Herkunftsmärkten. Salzburg will wie schon im Sommer vor allem als sichere Destination punkten. In diesem Zusammenhang hofft Haslauer, dass die Schnelltests bald behördlich anerkannt werden. Das würde in der Kontaktnachverfolgung „wahnsinnig helfen“.

Für diesen Fall plant das Land Teststraßen für Schnelltests, wie es sie schon für PCR-Tests gibt. Winterparties erteilt er eine Absage. „Ein Après-Ski-Geschehen wird es nicht geben können“, sagte Haslauer. Die Seilbahnunternehmen hätten im Sommer viele Erfahrungen gesammelt, die nun nützlich seien.

In der Branche macht sich der wirtschaftliche Einbruch durch Corona bemerkbar. Die Investitionssumme der Seilbahnen hat sich nach mehreren Jahren auf Rekordniveau heuer halbiert. Rund 75 Millionen Euro haben die Salzburger Unternehmen  in ihre Anlagen gesteckt, erklärte Fachgruppen-Obmann Erich Egger. Er berichtete auch von ersten Erfahrungen vom Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn für die Wintersaison. „Wir sehen, dass die lange Schlange am Lift zurückkommt. Sie bewegt sich aber schneller“, sagte Egger.

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