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Chronik Österreich
10/27/2020

Contact Tracing in der Stadt Salzburg vorübergehend im Notbetrieb

Die Hälfte des 40-köpfigen Teams war nach positiven Coronatest einer Mitarbeiterin in Quarantäne.

Das Contact Tracing in der Stadt Salzburg kann seit Dienstagnachmittag nur mehr im Notbetrieb erfolgen: Eine Mitarbeiterin des 40-köpfigen Teams ist positiv auf Corona getestet worden, damit müssen ab sofort etwa 20 Kollegen in Quarantäne und fallen in nächster Zeit aus - und das bei stark steigenden Fallzahlen. "Wir machen, was wir noch schaffen", sagte Karl Schupfer, Sprecher der Stadt Salzburg, gegenüber der APA.

Die Lösung nach nur einem halben Tag: Die vorübergehend in Quarantäne geschickten 20 Mitarbeiter wurden durch Kräfte aus anderen Ämtern sowie des Bundesheeres ersetzt. 

Der Notbetrieb bedeutete zunächst, dass zumindest alle neu positiv getesteten Personen kontaktiert und abgesondert werden sollen, sagte Schupfer. Als zweiten Schritt versuche man, auch möglichst viele Kontaktpersonen der 1. Kategorie zu ermitteln und zu kontaktieren. "Hier müssen wir schauen, was noch geht." Die Ausforschung der Kontaktpersonen der 2. Kategorie "werden wir aber derzeit wahrscheinlich nicht schaffen", so der Sprecher.

Infektionsquelle unbekannt

Die infizierte Mitarbeiterin hatte am Sonntag noch gearbeitet, aber im Lauf des Tages das Büro der Contact-Tracer wegen leichter Symptome verlassen. Heute Nachmittag lag dann das Testergebnis vor. Wo sich die Kollegin angesteckt hat, sei derzeit nicht bekannt. "Wir wissen es nicht, ob es in der Arbeit oder auch wo anders war." Da derzeit alle Mitarbeiter in einem großen Raum - dem Sitzungszimmer des Gestaltungsbeirates - arbeiten, sei die Zahl der Kategorie-1-Kontaktpersonen so groß, obwohl dort strengste Sicherheitsvorkehrungen wie das Tragen von Schutzmasken oder vorhandene Trennwände herrschten, sagte Schupfer.

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Alarmierende Zahlen im Westen

Der Ausfall in Salzburg kam zur Unzeit: Am Dienstagnachmittag wies das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vor allem für die westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg Rekordwerte bei den Sieben-Tage-Inzidenzen aus. Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der abgelaufenen Woche lagen knapp unter bzw. bereits über dem alarmierenden Wert von 300 je 100.000 Einwohner.

Konkret hielt Tirol bei einer Inzidenz von 300,5, Vorarlberg bei 299,3 und Salzburg bei 292,0. Österreich kam im Gesamten auf 214,1, die Bundeshauptstadt Wien auf 241,1. Zum Vergleich: am 16. Oktober - vor noch nicht ein Mal zwei Wochen - lagen Tirol und Salzburg bei jeweils 139,8, Vorarlberg bei 124,8. Die vom Bund und den jeweiligen Ländern gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben also nicht verhindert, dass die Infektionszahlen davongaloppieren. Das gilt nicht nur für den Westen - in Wien hielt man am 16. Oktober bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 134,5 je 100.000 Einwohner. Das gilt nicht nur für den Westen - in Wien hielt man am 16. Oktober bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 134,5 je 100.000 Einwohner.

Tiefroter Bezirk Schwaz

Was die einzelnen Bezirke betrifft, ist Schwaz im Tiroler Unterland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 560,4 neuer österreichweiter Spitzenreiter vor Dornbirn (465,0) in Vorarlberg, dem Salzburger Pongau (454,2), dem Bezirk Ried im Innkreis in Oberösterreich (452,6) sowie dem Salzburger Tennengau (452,2). Zum Bezirk Schwaz gehört übrigens der Hintertuxer Gletscher, wo zuletzt schlangenstehende und den Mindestabstand ignorierende Skifahrer für Aufsehen gesorgt hatten.

In Salzburg weisen mittlerweile sämtliche Bezirke eine Sieben-Tage-Inzidenz jenseits der 200er-Marke auf. Dasselbe gilt für Vorarlberg. In Tirol hält das abgeschieden gelegene Außerfern - der Bezirk Reutte - bei 97,9, Kitzbühel und Osttirol bei 133,1 bzw. 194,9. Alle anderen Bezirke liegen - teilweise deutlich - über 200, die Landeshauptstadt Innsbruck mittlerweile gar bei 405,0.

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