© EPA/CHAMILA KARUNARATHNE

Chronik Österreich
07/23/2020

Corona-Cluster in Vorarlberger Unterkunft für Leiharbeiter

In einem Arbeiterwohnheim mit 47 Bewohnern wurden sechs Leiharbeiter positiv getestet. Der Fall zeigt, wie schnell ein Cluster die Fallzahlen in einem so gut wie gar nicht von Infektionen betroffenen Bundesland nach oben schnellen lassen kann.

von Christian Willim

Gerade einmal sechs aktuell mit dem Coronavirus Infizierte vermeldete das Land Vorarlberg am Dienstag. Darunter befand sich der Fall eines Leasingarbeiters, der unter schweren Symptomen leidet. Der Mann - ein Bauarbeiter - ist der erste Fall seit dem 17. Juni, der in Vorarlberg intensivmedizinisch behandelt werden muss. Und der zieht nun Kreise.

Alleine am Donnerstag vermeldete die Landessanitätsdirektion acht Neuerkrankungen und gab bekannt: "Mindestens fünf davon stehen im Zusammenhang mit dem aufgetretenen Fall eines Leasingarbeiters, der in Frastanz wohnhaft ist."

Quarantäne über alle Bewohner

Alle Bewohner des Gebäudes seien behördlich abgesondert worden, hieß es von Seiten des Landes. Damit gibt es in Österreich erneut einen Cluster, der sich rund um prekäre Beschäftigungsverhältnisse entwickelt hat.

Laut ORF Radio Vorarlberg handelt es sich bei der privaten Unterkunft um ein Arbeiterwohnheim, in dem insgesamt 47 Menschen untergebracht sind – 44 Männer und drei Frauen. Sie werden nun alle getestet. Die betroffenen Arbeiter waren alle in der Baubranche beschäftigt und auf einer Baustelle in Schröcken am Arlberg beschäftigt.

Aufruf zu verstärkten Testungen

VP-Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher verweist aufgrund des Falls auf die Möglichkeit verstärkter Sreening-Testungen – „dies gilt besonders für Unternehmen mit sensiblen Beschäftigungs- und Wohnungssituationen“.

Besonders angesprochen würden Unternehmen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen wie z.B. Leiharbeiterfirmen, Fleischzerlegungs- und verarbeitungsbetriebe, Betriebe mit Saison- oder Leasingarbeitskräften, etc.

Zudem gelte dieses Angebot für Betriebe und Organisationen, die auf Grund von Wohnverhältnissen/Unterkünften ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen, hieß es in einer Aussendung.

Der Fall zeigt, wie schnell ein Cluster auch die Fallzahlen in einem so gut wie gar nicht von Infektionen betroffenen Bundesland nach oben schnellen lassen kann. Wenn im Fall von Vorarlberg auch auf niedrigem Niveau: Von sechs aktuellen Covid-19-Fällen am Dienstag auf dreizehn am Donnerstag.

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