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© APA/AFP/JOE KLAMAR / JOE KLAMAR

Chronik Österreich
09/13/2021

Jetzt beginnt die Aufarbeitung der Causa Ischgl

Ab Freitag wird vor Gericht untersucht, was bei der Evakuierung des Tiroler Skiorts zu Beginn der Corona-Pandemie alles falsch gelaufen ist.

von Michaela Reibenwein

Mehr als 1,5 Jahre ist es her, dass Hannes Schopf gestorben ist. Schopf, ehemaliger Chefredakteur der Furche, war am 7. März 2020 mit Freunden nach Ischgl zum Skifahren gefahren. Am Karfreitag starb der Weinviertler im Alter von 72 Jahren an Corona.

Der Fall Schopf ist aktueller denn je. Ab kommendem Freitag, 17. September, wird er vermutlich in allen Details im Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien besprochen. Die Witwe und der Sohn des Pensionisten haben eine Amtshaftungsklage eingebracht. Es geht um Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro. Denn, so sind die Hinterbliebenen überzeugt: Schopf hat sich bei der chaotischen Abreise aus Ischgl angesteckt. In einem völlig überfüllten Bus, der die Touristen in einer Hauruck-Aktion aus dem Tal zum Bahnhof Landeck gebracht hatte. Auch Witwe Sieglinde Schopf ist sicher: „Es wurden Fehler gemacht, die müssen zugegeben werden, und die Verantwortlichen mögen dazu stehen.“

Medien aus dem In- und Ausland werden diesen ersten Gerichtstermin verfolgen. Doch die Plätze sind rar – vor allem wegen der Corona-Pandemie. Insgesamt 30 Personen sollen im großen Festsaal des Obersten Gerichtshofs Platz finden. Nicht mehr.

Urteil wird es nach der für zwei Stunden anberaumten Verhandlung keines geben. Erst wird abgeklärt, ob man sich mit einem Vergleich einigen kann – was unwahrscheinlich ist.

15 weitere Klagen

Der Fall Schopf hat weitreichende Auswirkungen. Und es ist nur der erste von vielen. „Wir haben bereits 15 weitere Klagen bei Gericht eingebracht, weitere 150 haben wir in der Pipeline“, sagt Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein.

Die Bandbreite der Fälle ist groß und reicht von Menschen, die nach ihrem Ischgl-Urlaub in Heimquarantäne mussten und dadurch einen Vermögensschaden erlitten haben, über Long-Covid-Fälle bis eben hin zu Todesfällen. „Es sind Personen, die alle am 6. März oder danach angereist sind“, sagt Kolba. Also einen Tag, nachdem das Land Tirol darüber informiert worden war, dass 14 Isländer nach einem Ischgl-Aufenthalt positiv getestet worden waren.

3.000 Fälle gemeldet

Rund 3.000 Fälle wurden dem Verbraucherschutzverein gemeldet. Aktuell laufen Verhandlungen des Verbraucherschutzvereins mit einem Prozessfinanzierer für Personen, die keine Rechtsschutzversicherung haben.

Der Fall Schopf ist nur der Auftakt. Nach dem 17. September werden weitere Fälle „im Stakkato“ verhandelt, wie Kolba sagt.

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