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Chronik Österreich
05/11/2021

Causa HG Pharma: Herzkranker Herwig praktiziert offenbar in Dubai

Zu seinem Prozess konnte der Urologe allerdings nicht erscheinen.

Wegen behaupteter Herzprobleme, die er vorgeblich in einer Klinik in Deutschland behandeln hat lassen, hat der umstrittene Urologe Ralf Herwig am vergangenen Freitag einen Prozess wegen schweren Betrugs und Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen in Wien sausen lassen. Wie nun die Kronen Zeitung berichtete, ist der 56-Jährige allerdings offenbar in der Lage, für das German Medical Center in Dubai ärztliche Dienstleistungen anzubieten.

Demnach lässt sich in dieser Einrichtung für 29. Mai ein Untersuchungs- bzw. Behandlungstermin bei Herwig buchen, wobei - wie die Krone betonte - die persönliche Anwesenheit des Urologen gewährleistet sei. Darüber hinaus steht Herwig offenkundig laufend für Konsultationen auf seinem Fachgebiet in Form von Videokonferenzen zur Verfügung. Über die Website des Gesundheitszentrums sind für kommenden Donnerstag (13. Mai) nicht weniger als 22 jeweils 15-minütige Slots bei Herwig verfügbar.

Penis soll sich "wesentlich" verändert haben

Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem Facharzt vor, zwischen 2013 und 2017 fünf Männer, die sich wegen Erektionsproblemen zu ihm in Behandlung begeben hatten, falsch diagnostiziert und gefäßchirurgischer Eingriffe unterzogen zu haben, die nicht dem Stand der Wissenschaft entsprachen und gar nicht indiziert waren. Laut Anklage fügte er damit vier Patienten, denen er ein - tatsächlich nicht vorhandenes - venöses Leck in einer Penisvene diagnostiziert hatte, eine dauerhafte erektile Dysfunktion zu.

Der fünfte Mann litt nach der OP laut Anklageschrift an einer "wesentlichen Veränderung seines Penis". Zwei Betroffene nahmen sich im Jänner 2014 bzw. im Mai 2015 das Leben. Für Herwig gilt die Unschuldsvermutung, er hat sich im Ermittlungsverfahren nicht geständig verantwortet.

In Tirol hat Herwig zuletzt mit dem von ihm mitgegründeten und betriebenen Unternehmen HG Pharma für gehörigen Wirbel gesorgt. Die millionenschwere, ohne Ausschreibung erfolgte Vergabe von PCR-Tests beschäftigt seit Ende April das Land, offenbar teils falsche Mutations-Bewertungen bei Proben müssen nun nachgeprüft werden.

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