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Chronik Österreich
12/06/2019

Brisant: BVT schnappt drei angebliche Nuklear-Händler

Laut Europol wurden drei Personen in Wien festgenommen. Es handelt sich um Slowaken.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

"Die österreichischen Strafverfolgungsbehörden haben gemeinsam mit der von Europol  koordinierten und unterstützten Generalpolizeiinspektion der Republik Moldau (Nationale Ermittlungsinspektion) eine kriminelle Vereinigung ausgeforscht und festgenommen, die unter dem Verdacht steht, Kernmaterial geschmuggelt zu haben" heißt es in einer Aussendung von Europol. "Die Kooperation, die grenzüberschreitende Ermittlungsmaßnahmen umfasste, richtete sich an eine Gruppe von Kriminellen, die versuchten, Atomcontainer, die angeblich radiologisches Material enthielten, für drei Millionen Euro an eine Armee zu verkaufen." Es sollte sich dabei um 900 Gramm angereichertes Uran handeln.

Federführend war in diesem Fall das Bundesamt für Verfassungschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). "Während der komplexen Operation wurden drei Personen in Wien festgenommen, zwei von ihnen waren vorbestraft und einer von ihnen war bereits in der Vergangenheit wegen eines ähnlichen Verbrechens verurteilt worden", heißt es von Europol weiter. "Europol setzte einen Experten vor Ort ein, um die Analyse des CBRN-Materials zu unterstützen, und unterstützte die Analyse und Koordination."

Schwerer Betrug

Nach einem Scheinkauf kam es am 24. November 2019 zu einem Zugriff durch die Sondereinheit Cobra; vor Ort waren aber insbesondere Beamte des BVT und LVT sowie Experten für Strahlenschutz. Bei den mutmaßlichen Täter handelt es sich um Slowaken. Das Material soll einem Moldavier angeboten worden sein, der Deal sollte in Wien über die Bühne gehen.

Schlussendlich soll sich der Nuklear-Schmuggel aber als schwerer Betrug entpuppt haben. Bei dem angeblichen Uran soll es sich um eine Mischung aus Düngemitteln und Sand gehandelt haben.

 

Und weiter heißt es von Europol: "Der Handel mit nuklearem und radiologischem Material wird derzeit als potenzielles Risiko für die innere Sicherheit der EU bewertet.", heißt es weiter." Trotz der guten Arbeit der Strafverfolgungsbehörden bleibt die Wahrscheinlichkeit der illegalen Verbringung von nuklearem und radiologischem Material aufgrund der zunehmenden Verfügbarkeit missbrauchter radiologischer Quellen aus verschiedenen Konfliktgebieten und ihres weiteren Handels bestehen."