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Chronik | Österreich
06/25/2015

Brief von Ute Bock: "Schande für Österreich"

"Bitte schauen Sie nicht weg", schreibt die Menschenrechtsaktivistin und ruft zu aktiver Hilfe auf.

Das Ergebnis des Asylgipfels am Mittwoch? Mager. Den Bezirksquoten-Vorschlag des SP-Kanzlers lehnten die VP-Landeshauptleute ab. Die österreichische Asylpolitik kommt derzeit nicht vom Fleck.

Die Flüchtlingshelferin Ute Bock appelliert daher in einem offenen Brief (siehe unten) an die Bevölkerung, sich nicht an einzelnen Hetzkampagnen zu beteiligen und sich stattdessen aktiv bei der Quartiersuche für Flüchtlinge in der Heimatgemeinde einzubringen.

Der Brief im Wortlaut

"Liebe Leserin, lieber Leser,

es reicht! Ich halte die Flüchtlingspolitik in Österreich nicht mehr aus! Ich sehe im Fernsehen und lese in der Zeitung täglich über diese unglaubliche Stimmungsmache gegen Flüchtlinge.

Mich regt auf, dass so viele an dieser Hetze beteiligt sind. Wie kann man auf dem Rücken von Flüchtlingen so eine Politik betreiben?!

Es ist eine Schande für Österreich, dass Kinder, Frauen und Männer in Zelten hausen müssen!

Niemand tut sich eine Flucht an, weil hier in Österreich das Wetter so schön ist!

Die Menschen verlassen ihre Heimat nur, weil dort die Not so groß ist! Und dann werden sie hier wie Aussätzige behandelt! Mensch ist Mensch, ganz egal wo er oder sie herkommt!

Ich versuche zu helfen wo ich kann. Aber wir haben längst keine freien Wohnungen mehr! Ich muss jeden Tag viele Menschen wieder wegschicken. Das bricht mir das Herz! Bitte schauen Sie nicht weg, jede und jeder kann etwas tun!

Bitte unterstützen Sie in ihrer Gemeinde, in ihrem Umkreis Flüchtlingsunterkünfte. Die Politiker alleine schaffen es nicht! Wenn Sie Platz haben, nehmen sie Flüchtlinge auf! Helfen Sie mit, dass die Zeltlager so schnell wie möglich wieder verschwinden!

Ihre Ute Bock"

Zur Website "Verein Ute Bock"