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Chronik Österreich
07/08/2021

37,5 Grad: Das ist der heißeste Tag des Jahres

Der erste Ort hat heuer die 37 Grad-Marke überschritten. Im Westen sind schwere Gewitter angekündigt.

von Laura Schrettl

Die Hitzewelle hat am heutigen Donnerstag in Österreich nun ihren Höhepunkt erreicht. Die ersten Orte haben bereits die 37 Grad-Marke überschritten. Mehr als zehn Orte verzeichnen schon 36 Grad. 

Die Ostalpen erreichen noch heißere Luftmassen aus dem Mittelmeerraum. Mit Unterstützung von leicht föhnigem Südwind klettern die Temperaturen in der gesamten Osthälfte auf schweißtreibende 35 Grad.

Die Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (UWZ) rechnen heute sogar mit 38 Grad. Besonders vom Mostviertel über das östliche Flachland bis ins Südburgenland sind sogar Spitzenwerte von bis zu 38 Grad in Sicht. Selbst 39 Grad können punktuell nicht ausgeschlossen werden.

Die 10 heißesten Orte (Stand 16:40 Uhr)

  1. Bad Deutsch-Altenburg - 37.5 Grad
  2. Wien Innere Stadt - 37.1 Grad 
  3. Wien Stammersdorf - 37.1 Grad 
  4. Podersdorf - 37.1 Grad 
  5. Langenlebarn - 36.8 Grad 
  6. Schwechat Flughafen - 36.8 Grad
  7. Wien Hohe Warte - 36.7 Grad
  8. Hohenau - 36.7 Grad
  9. Wien Donaufeld - 36.7 Grad
  10. Gumpoldskirchen - 36.6 Grad 

Eindrücke aus Wien 

Die Pferde stehen trotz Hitze am Michaelerplatz.

Passanten flüchten in der Innenstadt auf die Schattenseite

Die Stadt ist wie verlassen am Vormittag, die Menschen sitzen in den Kaffehäusern. 

Kinder kühlen sich beim Wasserspender ab. 

Während andere im Bad sind, müssen die Arbeiter auf den Baustellen der Stadt weiterarbeiten, wie hier beispielsweise am Neuen Markt 

Wie es aktuell aussieht, wird es demnach heute keine neuen Juli-Rekorde geben. 

Bisherige Juli-Rekorde: 

  • Wien Hohe Warte: 38,3 Grad (1957)
  • St. Pölten: 39,0 Grad (1957)
  • Linz: 38,0 Grad (1950)
  • Eisenstadt: 38,7 Grad (2007)
  • Krems: 38,8 Grad (2019)
  • Wiener Neustadt: 38,1 Grad (2007)

Fiakerpferde bekommen Hitzefrei 

In Wien wurden am Donnerstagnachmittag über 37 Grad gemessen. Das bedeutet für Wiens Fiakerpferde, dass sie nach Hause dürfen. Denn ab 35 Grad bekommen die Pferde Hitzefrei. Der "Verein gegen Tierfabriken" fordert ein Hitzefrei für die Tiere ab 30 Grad. 

"Die Fiaker sind trotz Hitze-Warnungen ausgefahren, obwohl klar war, dass es heute unerträglich heiß wird. Wer Tiere so behandelt, hat jegliches Verantwortungsgefühl gegenüber den sensiblen Lebewesen verloren. Dieser erschütternde Umgang mit den armen Pferden zeigt gut auf, warum es hier dringend ein Eingreifen des zuständigen Stadtrats Czernohorszky braucht“, kritisiert Thomas Seewald vom Verein in einer Aussendung. 

    Westen kalt, Osten heiß 

    Am Donnerstag gibt es wie schon am gestrigen Mittwoch einen großen Temperaturunterschied zwischen West und Ost. Aufgrund einer mehr oder weniger stehenden Kaltfront, die den Westen bereits erreicht hat. Daher lautet die ZAMG-Prognose für heute: "Tagesmaxima im Westen um die 20 Grad, im Osten bis 36 Grad. Je weiter östlich und südöstlich, umso wärmer."

    Doch heute, Donnerstag, wird es nicht nur heiß, sondern es drohen auch Unwetter. Denn besagte Kaltfront bewegt sich mit Schauern und Gewittern langsam gen Osten. Die Gewitter können im Laufe des nachmittags, abends und nachts vor allem alpennordseitig "hohes Schadenspotenzial" haben, hieß es.

    Erste Gewitterwarnungen gab es am Nachmittag für den Bezirk Steyr. Es sei mit Hagel, aber auch mit Fallböen zu rechnen, warnte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. In der Nacht erreichen die Gewitter dann auch den Nordosten Österreichs.

    Hohe Waldbrandgefahr 

    Die hohen Temperaturen und die fehlenden Niederschläge haben die heimischen Wälder austrocknen lassen, 103 Mal hat es heuer in Österreich schon gebrannt. "Oft genügt bereits ein Funke oder eine kleine Unachtsamkeit, um einen Waldbrand auszulösen", warnte Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forstbetriebe Österreich, in einer Aussendung. Wanderer sollten daher vom Rauchen absehen und auf offene Feuer, etwa beim Grillen, verzichten.

    Außerdem rät der Experte dazu, keine Autos auf trockenem Gras abzustellen. Schon der heiße Auspuff eines Pkw - besonders der Katalysator - könne nämlich schnell zum Auslöser eines Waldbrandes werden.

    Verhalten bei Waldbrand 

    Sollte man selbst Feuer oder Rauch entdecken, solle man sich in sichere Entfernung zum Brand begeben und die Feuerwehr alarmieren.

    "Geben Sie so genau wie möglich bekannt, wo Sie den Brand entdeckt haben, wie groß der Brand bereits ist und was brennt - Bäume, Sträucher, Blätter. Und informieren Sie die Feuerwehr auch, ob Menschen oder Gebäude in Gefahr sind", erklärte Montecuccoli die richtige Verhaltensweise beim Entdecken eines Waldbrandes. Die Gefahr bannen könnten aber letztendlich nur ordentliche Regenfälle und sinkende Temperaturen.

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