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Chronik Österreich
12/04/2020

Bis zu zwei Meter Schnee: ÖBB sperren erste Strecken

Ab 17 Uhr wird der Betrieb auf der Tauernbahn sowie auf der Strecke zwischen Lienz und Südtirol eingestellt.

Der Winter erreicht heute Teile Österreichs mit voller Wucht: Im Süden und Westen des Landes ist teilweise mit sehr großen Schnee- und Regenmengen sowie Föhnsturm zu rechnen. Bis zu zwei Meter Schnee, vereinzelt sogar noch mehr, prognostiziert die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Daher sind Probleme auf Straßen, Bahnlinien und in der Stromversorgung möglich, warnt die ZAMG.

Tauernbahn ab 17 Uhr zu

Vor dem Hintergrund der aktuellen Wetterwarnungen und den prognostizierten extremen Schnee- und Regenmengen stellen die ÖBB den Zugbetrieb auf der Tauernstrecke zwischen Schwarzach-St. Veit und Spittal-Millstättersee mit heute, Freitag, 17.00 Uhr ein. Die Witterungsverhältnisse ließen in dieser Situation "keinen planmäßigen Bahnbetrieb erwarten". Die Sperre gilt bis einschließlich Montag, 7.12., Betriebsschluss.

Betroffen sind alle Nah- und Fernverkehrsverbindungen sowie der Güterzugverkehr. Der Betrieb der Tauernschleuse wird ab 17.30 Uhr ebenso wie der Nahverkehr nach Mallnitz vorübergehend eingestellt.

Heute fährt der Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Bischofshofen und Spittal-Millstättersee. Ab 5.12. wird für die Fernverkehrszüge ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ab Villach über Spittal-Millstättersee nach Bischofshofen fahren.

Sperre auch in Osttirol

Ebenfalls gesperrt wird die Strecke von Lienz über Sillian nach San Candido-Innichen. Auch hier wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Strecke zwischen Spittal-Millstättersee und Lienz bleibt vorerst offen. Eine erneute Evaluierung erfolgt morgen.

Die Bahnstrecke über den Brenner bleibt vorerst geöffnet. Man sei "so gut wie möglich" auf den Wintereinbruch vorbereitet und das ganze Wochenende mit tausenden Mitarbeitern im Einsatz, versichern die ÖBB. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Reiseantritt unter oebb.at, mittels Scotty mobil App oder telefonisch beim ÖBB-Kundenservice unter 05-1717 über ihre gewünschte Verbindung zu informieren.

Italien-Tief bringt tiefwinterliche Verhältnisse

Ein Italien-Tief führt vom Mittelmeer feuchte und milde Luft an die Südseite der Alpen, "hier schneit und regnet es von Freitag bis Montag ohne größere Pausen", berichteten die ZAMG-Meteorologen. Die größten Niederschlagsmengen würden dabei in Oberkärnten und in Osttirol sowie im Bereich des Tiroler Alpenhauptkamms fallen - mit etwa 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter, vereinzelt auch mehr. Die Schneefallgrenze schwanke je nach Region und Intensität des Niederschlags stark zwischen Tallagen und über 1.500 Meter Seehöhe.

Auf den Bergen fallen laut Prognose vom Mittwoch im Gebiet von Oberkärnten über Osttirol bis zum Tiroler Alpenhauptkamm von Freitag bis Montag ein bis zwei Meter Neuschnee. "Vereinzelt kann es hier auch mehr als zwei Meter schneien, außerdem kommt es durch den Föhnsturm zu starken Schneeverwehungen und die Lawinengefahr steigt", hieß es. Auch die ÖBB rechnen mit Muren-, Lawinen und Windbruchgefahr.

Regen und Schnee

Die genaue Prognose der Schneemengen in den Niederungen sei durch das Schwanken der Schneefallgrenze schwierig, da es in vielen Regionen von Freitag bis Montag einen Wechsel von Schneefall und Regen gibt. "Am meisten schneit es in den Tälern in Osttirol und in Oberkärnten (speziell im Lesachtal und im Oberen Mölltal) - hier sind von Freitag bis Montag etwa 70 bis 130 Zentimeter Neuschnee möglich. Aber auch in Vorarlberg und in Nordtirol sowie im Pinzgau, Pongau und Lungau kann es am Freitag und am Wochenende zeitweise stark schneien, mit Neuschneemengen zwischen 20 und 60 Zentimeter", berichtete die ZAMG.

Die großen Schnee- und Regenmengen können am Freitag und am Wochenende Probleme durch umstürzende Bäume und kleinräumige Überschwemmungen bringen, besonders in Oberkärnten und in Osttirol sowie in Nordtirol im Bereich des Alpenhauptkamms (Ötztal, Stubaital, Brenner, Wipptal, hinteres Zillertal). Auch der Föhnsturm kann am Wochenende Probleme bringen. Er erreicht den Berechnungen zufolge auf den Bergen deutlich über 100 km/h und kann auch in den Tälern der Alpennordseite durchgreifen, mit etwa 70 bis 100 km/h.

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