Chronik | Österreich
10.06.2018

Berittene Polizei: Ausbildung am Wochenende eingeschränkt

Reiterstaffel muss sich die Halle mit einem Verein teilen, der Freitags bis Sonntag Kinderreiten anbietet.

Wegen Kinderreiten. Die berittene Polizei hat weiter mit Hindernissen zu kämpfen. Wie vom KURIER berichtet, wird die Ausbildung in der Theresianischen Militärakademie stattfinden. Wie sich nun herausstellt, hat für die Reithalle laut Standard aber auch ein anderer privater Verein Rechte. Seit 1974 besteht ein Vertrag mit der Republik, bestätigt die Obfrau dem KURIER: Von Freitag bis Sonntag dürfen die zivilen Pferdesportler die Militärreithalle nutzen. Dieser Verein bietet etwa Reiten für Kinder und Senioren an. Das Innenministerium erfuhr davon erst durch eine Presseanfrage. Getrennt sind zivile und nicht zivile Pferde im Stall nur durch eine Tür.

Zwischen dem Verein und dem künftigen Ausbildungsleiter, Oberstleutnant Roland Pulsinger, dürfte der Haussegen ziemlich schief hängen. Laut Vereinsobfrau Verena Zach sind derzeit zwei Klagen von ihr ruhend gestellt. Prinzipiell sei man bereit, die Reithalle mit ihm und "seinem" ebenfalls dort ansässigen privaten Verein zu teilen: "Aber mit Pulsinger hat bisher keine Abmachung gehalten", meint sie.

Eingebracht wurde mittlerweile eine parlamentarische Anfrage der Neos zur Vorgeschichte der berittenen Polizei. Der künftige Ausbildungsleiter ist nämlich zugleich Präsident des ebenfalls in der Akademie untergebrachten (rein privaten) Heeres-Sportverbandes. Wie berichtet, zahlt dieser Verein 1260 Euro Jahresmiete (plus die Pflege der Reithalle). Pulsingers Frau hatte ein Gewerbe dort angemeldet. Neos-Abgeordnete Stephanie Krisper will mit Anfragen an Verteidigungs- und Innenministerium klären, ob alles rechtens zugegangen ist. Herausgefunden werden soll auch, welche Rolle ein Rathaus-Pressesprecher in dieser Causa spielt.

Weiterhin unklar ist, wo genau der fixe Standort für die Reiterstaffel mit bis zu 24 Tieren hinkommt. Viele Insider befürchten eine Kostenexplosion, da Koppel und tierschutzgerechte Ställe gebaut werden müssen. Der von Wien ausgearbeitete Standplatz in Korneuburg (NÖ) wurde gestrichen, aktuell soll eine Kaserne in Wien-Simmering adaptiert werden, auch Kasernen in Hietzing oder Penzing sind als Ausweichquartiere im Gespräch. Offenbar ist angedacht, doch auch ein paar Pferde in Eisenstadt zu stationieren.