© APA/JAKOB GRUBER

Chronik Österreich
06/27/2019

Baulandreserven in Tirol größer als bisher vermutet

Leistbares Wohnen: Die Liste Fritz hat Gemeindedaten zu Baugründen erhoben. Große Reserven soll es im Ballungsraum Inntalfurche geben

von Christian Willim

Wohnen – egal ob in Miete oder Eigentum – hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verteuert. Die Landespolitik scheitert jedoch seit Jahr und Tag daran, teils schon seit Jahrzehnten gewidmetes und brach liegendes Bauland zu mobilisieren.

Von 3.000 Hektar war in diesem Zusammenhang stets die Rede. Die oppositionelle Liste Fritz hat nun auf eigene Faust eine Erhebung in allen 279 Tiroler Gemeinden durchgeführt. Demnach ist die Baulandreserve sogar noch viel größer. Es würden sogar 3.600 Hektar beziehungsweise 3,6 Millionen Quadratmeter gewidmeter Grund zur Verfügung stehen.

"Mit Mythos aufräumen"

„Wir können nun auch mit einem Mythos aufräumen, den die ÖVP stets spielt“, sagte Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint am Donnerstag. Die Gemeinden mit den größten Baulandreserven würden nämlich in der Inntalfurche liegen, also dort, wo Wohnraum aufgrund des Zugs in die Städte besonders gefragt ist – etwa in Innsbruck.

Tatsächlich war Wohnbaulandesrat Johannes Tratter (ÖVP) immer wieder bemüht, die Wichtigkeit der Mobilisierung von Bauland zu relativieren. Die größten Reserven würden in peripheren Bezirken liegen, wo sie – etwa wegen Abwanderung – am wenigsten gebraucht werden.

Innsbruck Spitzenreiter

Laut den Daten, die auch in einer interaktiven Landkarte abgerufen werden können, hat die Landeshauptstadt Innsbruck mit 1,18 Millionen Quadratmetern den größten Spielraum. Mit Telfs, Imst, Wörgl, Schwaz, Wattens und Hall liegen Gemeinden in den Top 10, die im immer weiter zusammenwachsenden Ballungsraum der Inntalfurche liegen.

Die schwarz-grüne Landesregierung will kommende Woche beschließen, dass Gemeinden ein Mindestmaß an Vorbehaltsflächen für den gemeinnützigen Wohnbau ausweisen müssen. Das soll Dynamik in den Baulandmarkt bringen. Sint fordert, dass dafür aber auch eine fixe Marke festgelegt wird – nämlich 10 Prozent. Seine Liste will dazu einen Landtagsantrag einbringen.