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Chronik | Österreich
03/14/2019

Ausgetanzt: Betreiber einer bekannten Kult-Disco ist pleite

Der Betrieb soll laut Firmenanwalt kurzfristig fortgeführt werden, die bereits angekündigten Veranstaltungen noch stattfinden.

Rund 858.000 Euro Schulden mit einer Großraumdisco anzuhäufen, das ist eine Leistung – wenn auch eine sehr unerfreuliche. Die T&F Entertainment GmbH hat am Donnerstag einen Konkursantrag eingebracht. Das bestätigen die Gläubigerschutzverbände AKV und Creditreform dem KURIER. Das Unternehmen soll laut Firmenanwalt Christian Fauland kurzfristig fortgeführt werden. Dabei sollen die angekündigten Veranstaltungen noch stattfinden.Dabei sollte eigentlich am Freitagabend der Rapper Veysel um 21.00 Uhr auftreten. Und am 6. April der US-Rapper Kid Ink und am 27. April der deutsche Rapper Gzuz (gesprochen: Tschisas). Doch daraus wird wohl eher nichts.

Die T&F Entertainment GmbH, gegründet im Dezember 2016, ist bzw. war die neue Betreiberin die Großraumdiskothek am Standort Weblinger Gürtel 5 in Graz unter der Bezeichnung „N8“. Bis Ende vorigen Jahres hatte die Grazer Kultdisko noch „Bollwerk“ geheißen und die Pforten geschlossen. Die Gesellschaftsanteile wurden laut AKV Anfang des Jahres 2019 von der Tegher GmbH, der Mutter der T&F Entertainment GmbH, übernommen.

Die Geschäftsräumlichkeiten werden aufgrund eines Pachtvertrages genutzt.  Im Unternehmen waren zuletzt sechs Vollzeit- und 13 Teilzeit-Mitarbeiter beschäftigt, sowie sieben geringfügig Beschäftigte. Zu Zeiten als "Bollwerk" hatte der Betrieb bis zu 50 Mitarbeiter. Der Insolvenzantrag stammt aus der renommierten Anwaltskanzlei von Claudia und Gerald Ruhri.

Betrieb wird nicht fortgeführt

Hinsichtlich der Insolvenzursache verweist man im äußerst knapp gehaltenen Insolvenzantrag lediglich darauf, dass nicht zuletzt durch verstärkte Konkurrenz die erzielten Umsätze und generierten Einnahmen insbesondere in Ansehung des hohen Pachtzinses nicht hinreichten“, heißt es dazu vom AKV. „Auch eine zuletzt offenbar vereinbarte Pachtzinsreduktion dürfte zu keinem Turnaround geführt haben.“

Zwar soll die Disco zwischen 20.000 und 40.000 Euro pro Wochenende eingespielt haben, aber der Pachtzins betrug 32.000 Euro - anscheinend pro Monat. Es kam zu Zahlungsstockungen. Ende Jänner 2019 sanken die Umsätze weiter, eine Grund war die neue Konkurrenz durch die Discothek Heart. Der Betrieb der Disco N8 soll unter diesen Umständen nicht fortgeführt werden.

Schulden und Vermögen

Laut AKV soll noch kein aktueller, aussagekräftiger Vermögensstatus wird noch zu erstellen sein.  In der Bilanz 2017 wir das Sachanlagevermögen noch mit 513.000 Euro beziffert. Das entspreche laut AKV den Angaben im vereinbarten Kaufvertrag der vormaligen Betreiberin, Falkennest GmbH,und der nunmehrigen Schuldnerin. „Zu prüfen werden neben der Form der Kaufpreisentrichtung insbesondere in der Bilanz 2017 ausgewiesene Guthaben in der Höhe von rund 144.000 Euro sein.

Die Verbindlichkeiten belaufen sich laut Firmenanwalt Christian Fauland auf 400.000 bis 450.000 Euro und sind zum Teil Altlasten, die mitgeschleppt werden. Beim der Pachtzinszahlung ist die Gesellschaft im Rückstand, doch der Pachtzins ist mit einer Bankgarantie besichert. Das Geschäftkonto soll leicht im Minus sein.