© Kurier/Franz Gruber

Chronik Österreich
05/01/2020

Ausgangsbeschränkungen enden: Neue Freiheit, neue Zwänge

Während des Lockdowns hat sich das Leben verändert. Klopapier bleibt aber Thema. Was ab heute und in naher Zukunft wieder möglich ist.

von Stefanie Rachbauer, Katharina Salzer, Pilar Ortega

Vor 47 Tagen hat der Alltag geendet. Berichte über Klopapier-Hamsterkäufe waren damals die Vorboten eines völlig neuen Lebens. Eines Lebens, das man sich bis dahin nicht vorstellen konnte. Inzwischen ist es fast umgekehrt: Wie fühlten sich die Tage ohne die Restriktionen des Lockdowns noch einmal an? Womit hat man die Zeit gefüllt? Und was ist eigentlich Freiheit?

Zumindest eine Idee davon kehrt ab heute, Freitag, ein: Die Ausgangsbeschränkungen enden.

2. Mai: Geschäfte und Dienstleister sperren auf

Am Samstag können alle Geschäfte wieder aufsperren. Auch der Friseur. Einen Termin zu ergattern ist jetzt die Herausforderung.

Und auch in anderen Bereichen geht es Richtung Normalität. Für Kinder und Jugendliche beginnt wieder der Alltag in einem Schulgebäude.

Die Österreicher freuen sich schon auf die Lockerungen. Nicht nur darauf, Freunde und Familie wieder treffen zu können.

Wobei in allen Bereichen gewisse Einschränkungen, wie etwa die Maskenpflicht, aufrecht bleiben. Komplett frei von den Zwängen des Lockdowns sind wir also (noch) nicht. Viele Menschen gehen mit einer anderen Art von Zwang in die neue Freiheit: einem Zwang wirtschaftlicher Natur. Das Arbeitsmarktservice (AMS) meldete Mitte April rund 588.000 Arbeitslose (bzw. Personen in Schulungen) – das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 1,2 Millionen Arbeitnehmer wurde bisher Kurzarbeit angemeldet.

Aus anderen Ländern kommen ähnliche Hiobsbotschaften: In Deutschland haben rund 2,6 Millionen Menschen keinen Job, die USA verzeichnen gar 26 Millionen Arbeitslose. Das heißt: Vielerorts müssen Menschen den Gürtel um einiges enger schnallen. In Österreich verzeichnen derzeit 43 Prozent der Haushalte Einkommenseinbußen.

Wer noch Arbeit hat, der übt sie hierzulande oft zu Hause aus: 45 Prozent der Arbeitnehmer können ihrem Beruf laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) im Homeoffice nachgehen.

Wirtschaft brach ein

Grund für den Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist der Einbruch der heimischen Wirtschaft, den der Lockdown nach sich gezogen hat. Das WIFO beziffert den Rückgang im ersten Quartal mit 2,7 Prozent.

In der Eurozone sind die Daten noch weniger erbaulich. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent eingebrochen. Die verantwortlichen Politiker versuchen, diese Folgen abzufangen. EU-weit waren in der Vorwoche bereits satte 3.400 Milliarden Euro an Finanzspritzen mobilisiert worden. Der geplante Wiederaufbau-Fonds der EU soll 1.500 Milliarden Euro schwer sein.

Die 47 Tage Ausgangsbeschränkung enden nun, wie sie begonnen haben: mit Nachrichten zu Klopapier. Aus Deutschland wird eine Rekordproduktion berichtet. So wurden im Bundesland Nordrhein-Westfalen im März insgesamt 59.302 Tonnen Toilettenpapier hergestellt – so viel, wie in keinem einzigen Monat im letzten Jahrzehnt.

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