Kontrollen in Bad Hofgastein

┬ę Vogl Mike

Chronik ├ľsterreich
03/05/2021

Ausfahrtskontrollen in Salzburg: "Sie halten jeden an"

Wer Radstadt und Bad Hofgastein verlassen will, braucht einen negativen Corona-Test - und zuweilen auch viel Geduld.

von Elisabeth Holzer

Vier Checkpoints wurden in Radstadt eingerichtet, in Mandling und Altenmarkt-Ost an der B 320 sowie an Abfahrten der B 99 und der Forstauer Landesstra├če: Seit heute, Schlag Mitternacht, darf die Pongauer Gemeinde nur verlassen, wer einen negativen Corona-Test besitzt.

"Und das trifft alle", beschreibt B├╝rgermeister Christian Pewny (FP├ľ) die Lage in der rund 6.000 Einwohner gro├čen Gemeinde in Salzburg. "Von der M├╝llabfuhr bis zum Postler und die Zulieferer."

Schuld ist die hohe Fallzahl

Die Ma├čnahme gilt vorerst 14 Tage und trifft neben Radstadt auch eine zweite Gemeinde in St. Johann  im Pongau, Bad Hofgastein. Schuld sind die hohen 7-Tages-Inzidenzen pro 100.000 Einwohner in den beiden Orten, sie lagen zuletzt jeweils bei mehr als 1.000. ├ľsterreichweit betr├Ągt dieser Wert derzeit 169, im Bundesland Salzburg dagegen 223, im Bezirk St. Johann im Pongau sogar 516. W├Ąhrend es f├╝r den Bezirk noch keine gro├čfl├Ąchigen Ma├čnahmen gibt, beginnt am Dienstag eine solche Ausfahrtsbeschr├Ąnkung im K├Ąrntner Hermagor: Der Bezirk weist mit einer 7-Tages-Inzidenz von 670 den h├Âchsten Wert in ├ľsterreich auf.

Hermagor hat allerdings mehr Zeit zur Vorbereitung als die Salzburger Gemeinden Bad Hofgastein und Radstadt, die B├╝rgermeister erfuhren erst am Dienstag davon. "Wir haben wenig Vorlaufzeit gehabt", bedauert Radstadts Ortschef Pewny. "Viele Firmen wissen zum Beispiel nicht einmal, dass ihre Fahrer auch einen Test brauchen, wenn sie nur etwas abliefern und dann wieder raus fahren."

Zwei Kilometer langer Stau

Z├╝giges fahren war am Freitag im Fr├╝hverkehr aber zuweilen ohnedies nicht m├Âglich: "Momentan wird jedes Fahrzeug angehalten", beschreibt Pewny. "Da ist dann nat├╝rlich ein R├╝ckstau gegeben." Vor Altenmarkt-Ost baute sich eine Kolonne auf, die rasch auf zwei Kilometer L├Ąnge wuchs. "Das wird noch ein Riesenproblem bei der Durchreise", bef├╝rchtet der B├╝rgermeister.

Beschwerden gingen Freitagvormittag auch schon bei ihm ein, allerdings nur vereinzelt. "Die B├╝rger tragen es mit Fassung", schildert Pewny. "Aber nach vier Monaten Lockdown und einer kaum vorhandenen Wintersaision gibt es jetzt wieder Einschr├Ąnkungen. Angenehm ist das f├╝r keinen hier." 

Kontrolliert wurde Freitagvormittag vorerst nur von der Polizei, das Bundesheer soll im Assistenzeinsatz aushelfen, wird aber erst sp├Ąter erwartet. ├ťber R├╝ckweisungen wegen fehlender Tests war vorerst nichts bekannt.

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