© Patrick Pfeiffer/Patrick Pfeiffer, Patrick Pfeiffer Konstanz

Spieltrieb
06/27/2021

Aufbau-Spiele: Für kluge Planer und Weltenerschaffer

Kaum ein Thema ist bei Brettspielen - von "My City" bis "Carpe Diem" - derzeit so präsent wie der Städtebau. Und: Es herrschen gute Zeiten für Plättchen-Fans.

von Christoph Schwarz

Es ist ein Traum, fast so alt wie die Menschheit selbst – neue Welten erkunden, Länder besiedeln, glanzvolle Städte errichten. Was sich im echten Leben nicht erst seit Christoph Columbus als durchwegs schwierig herausstellt, lassen uns Spielemacher derzeit variantenreicher denn je in unserer Fantasie erleben. Kaum ein Thema war bei Brettspielen zuletzt so präsent wie Städtebau.

Wirklich neu ist es dabei freilich nicht. Schon in Catan wurde gesiedelt, und Carcassonne hat als eines der erfolgreichsten Legespiele (Festung an Festung, Wiese an Wiese) mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel. (Hier noch ein Tipp, weil unterschätzt: das Kartenspiel Machi Koro aus 2014!)

Doch bleiben wir bei Carcassonne als Anknüpfungspunkt zu dem, was Fans des Städtebaus derzeit auf dem Markt finden: Die Plättchen sind, so sie je weg waren, zurück. Etwa in My City von Autorenlegende Reiner Knizia (u.a. Wer war’s?, Keltis), das mit der Nominierung zum „Spiel das Jahres“ Furore machte.

My City - Deine Stadt wird einzigartig
Kosmos Verlag
2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten

Jeder Spieler besiedelt in mehreren Runden auf einem eigenen Tableau ein Landstück zwischen Wäldern und Gebirgen. Die Gebäude, die es platzsparend und punktebringend zu verbauen gilt, sind Polyominos – also zusammenhängende Flächen aus Quadraten. Anders gesagt: Tetris-Teile.

My City: Spannender Legacy-Modus

Besonders macht das Spiel der Legacy-Modus. Nach jeder Runde verändert sich das Spielfeld – etwa durch Überkleben von Bereichen –, jedes Mal kommen Regeln, Gebäude oder Spielelemente hinzu. Der Spieler führt seine Stadt durch die Zeitalter – und erlebt Industrialisierung, Berg- und Eisenbahnbau. Der Schwierigkeitsgrad: kontinuierlich steigend bis hin zur leichten Unübersichtlichkeit.

Wer alle Etappen durchgespielt hat, kann in den Endlos-Modus wechseln. Ob er das noch will, ist eine andere Frage.

Spieletipp: Carpe Diem

Einen höheren Wiederspielfaktor hat da das unbekanntere Carpe Diem von Stefan Feld. Auch er verzichtet nicht auf Plättchen, mit denen man hier im alten Rom als Patrizier ein Stadtviertel errichtet, um wechselnde Siegbedingungen zu erfüllen. Stärke (und Schwäche?) des Spiels: Es wirkt, als habe der Autor alle ihm bekannten Spielmechaniken in ein Opus Magnum gepresst.

Carpe Diem
Alea/Ravensburger
2 bis 4 Spieler, ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 Minuten

Es gibt neben den (mäßig schön designten) Plättchen auch Karten, Münzen, ein modulares Spielertableau, Holzsteine, und Chips. Der Aufbau dauert annähernd so lange wie das Spiel selbst. Wer siegen will, muss zielgerichtet vorgehen. Nutze den Tag!

Übrigens: Woher der andauernde Erfolg des Aufbau-Genres rührt, hat Kosmos-Spieleredakteur Arnd Fischer in einen schönen Satz gepackt: „Etwas aufzubauen ist immer befriedigender als nur etwas umzuschmeißen.“ Alle Fans von Mensch ärgere Dich nicht werden es ihm verzeihen.

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