© EPA/VALDRIN XHEMAJ

Chronik Österreich
09/08/2020

Arnies Austrian World Summit wird zur weltgrößten Klimakonferenz

Für den Klimagipfel in der nächsten Woche wurde ein umfassendes Corona-Sicherheitskonzept erstellt.

von Andreas Puschautz

Als der Austrian World Summit im Frühjahr wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, stand für Schirmherr Arnold Schwarzenegger und Organisatorin Monika Langthaler eine Frage im Vordergrund: Machen wir es heuer oder nicht?

Sie beide wären dann zum Schluss gekommen, es sei "wichtig, dass solche Summits stattfinden", erzählte Langthaler im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag. Denn: "Die Klimakrise findet statt und Corona und die Klimakrise, Corona und die Zerstörung unseres Planeten, das hat sehr viel miteinander zu tun."

Und so geht die von Schwarzenegger im Jahr 2017 ins Leben gerufene Klimaschutzkonferenz kommenden Donnerstag, den 17. September, unter großen Sicherheitsvorkehrungen in der Spanischen Hofreitschule über die Bühne - und wird damit zur weltgrößten Klimakonferenz im Seuchenjahr 2020.

Umfassendes Sicherheitskonzept

Ein eigenes, in Zusammenarbeit mit dem Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien ausgearbeitetes, Sicherheitskonzept soll dabei die Gäste - und in weiterer Folge deren Kontaktpersonen - schützen.

Dieses Corona-Konzept besteht im Groben aus drei Teilen, wie Hutter skizziert. Erstens wurde die Teilnehmerzahl deutlich begrenzt. So dürfen 340 Gäste die eigentliche, von 10.00 bis 13.00 Uhr stattfindende, Konferenz in der Hofreitschule besuchen. Für den danach bis 21.00 Uhr dauernden "Climate Kirtag" am Heldenplatz gilt eine Beschränkung auf 1.000 Gäste.

In der Hofreitschule werden zudem allen Gästen personalisierte Sitzplätze zugewiesen und es gilt Maskenpflicht.

Optimierte Luft- und Besucherströme

Der zweite Teil besteht aus einem aktiven Management der Besucherströme, um Menschenansammlungen an Hotspots wie dem Eingang zu vermeiden. "Ganz wesentlich" ist laut Hutter zudem die Optimierung der Lüftungssituation. Dazu wurde eigens ein erfahrener technischer Sachverständiger hinzugezogen, der die Situation vor Ort analysierte und in weiterer Folge den Luftwechsel optimierte.

"Letztendlich ist das Gesamtpaket so geschnürt, dass wir mit großer Zuversicht sagen können, dass es zu keinen weiteren Problemen kommen wird", versprühte Hutter Zuversicht. Zudem wurden mögliche Verschärfungen der rechtlichen Vorgaben durch die Corona-Ampel bei der Erstellung des Sicherheitskonzepts im Sommer bereits vorweggenommen, betonte der Mediziner: "Dadurch können wir uns aus meiner Sicht etwas zurücklehnen, denn das haben wir ohnehin schon vorweg übererfüllt."

Dessen ungeachtet, und das ist der dritte Teil des Konzepts, werden alle Gäste mit Kontaktdaten erfasst, um das Contact Tracing zu erleichtern, sollte es doch zu einem Corona-Fall kommen.

Denn ein "Null-Risiko" gebe es nicht, betonte Hutter. Es sei eine Herausforderung, die Balance zwischen größtmöglicher Sicherheit und dem Wunsch, trotz der Pandemie ein öffentliches Leben zu haben, zu finden. Das Ziel für den Austrian World Summit sei darum, das Infektionsrisiko für alle auf derselben Ebene zu halten, wie anderswo im öffentlichen Raum.

Lösungen aufzeigen

Auch inhaltlich will Schwarzeneggers Klimagipfel Lösungen in den Vordergrund stellen. "Wir wollen zeigen, dass vonseiten der Regionen, der Industrie, der Wirtschaft Lösungen bereits in vielfacher Weise erfolgreich umgesetzt werden", sagte Organisatorin Langthaler.

Die Wirtschaft nach dem dramatischen Einbruch durch die Corona-Pandemie wieder so aufzubauen wie in den 1950er- und 1960er-Jahren, wäre "ein Verbrechen an der Zukunft". Die Hilfsgelder müssten nun "für einen ökologischen und nachhaltigen Wiederaufbau verwendet werden", forderte Langthaler: "Es braucht einen Strukturwechsel und wann, wenn nicht jetzt ist die Chance dazu da?"

Der Klimawandel und das Bewusstsein für seine Folgen seien in der Mitte der Bevölkerung angekommen: "Die Leute sehen es und spüren es."

Beim Gipfel sollen darum Best-Practice-Beispiele und Role Models vor den Vorhang geholt werden - gemäß dem diesjährigen Motto "Sei Teil der Lösung".

Prominente Gäste

Die Gästeliste kann sich trotz der Pandemie durchaus sehen lassen. Neben Arnold Schwarzenegger werden etwa die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová, der kroatische Präsident Zoran Milanović und die WHO-Direktorin für öffentliche Gesundheit, Maria Neira, erwartet. Die heimische Politik wird von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) vertreten.

Da die Veranstaltung in diesem Jahr analog und digital stattfindet, werden zudem Prince Charles, die Anthropologin Jane Goodall, UN-Generalsekretär Antonio Guterres und weitere Staatsoberhäupter per Live-Schaltung oder Videobotschaft virtuell präsent sein.

Beim Climate Kirtag werden neben Schwarzenegger und Van der Bellen die Musik-Acts "Lemo" und "Folkshilfe" auftreten, es wird aber auch Redebeiträge von Ex-Skistar Felix Neureuther oder ORF-Wettermann Marcus Wadsak geben.

Die gesamte Veranstaltung wird sowohl auf ORF III als auch auf Arnold Schwarzeneggers Facebook-Seite live übertragen bzw. gestreamt werden.

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