Angst vor Bergekosten: Schwerverletzter flüchtet vor Rettern

Ein ÖAMTC-Notarzt-Hubschrauber führte die Bergungen durch
Rund 3.500 Euro kostet eine Hubschrauberbergung im alpinen Gelände. Doch was passiert, wenn der Versicherungsschutz fehlt?

Der Bergsport-Trend hält weiter an. Die Folge: viele Unfälle. Einer, der besonders nachdenklich stimmt, hat sich am Mittwoch im Oberkärntner Ort Berg (Bezirk Spittal an der Drau) ereignet. Ein 66-jähriger Paragleiter aus den Niederlanden war auf der 1.760 Meter hohen Emberger Alm gegen Mittag mit seinem Schirm gestartet. Dabei dürfte sich die Bremsleine des Schirms am Rücken des Mannes verheddert haben und er stürzte ab.

Aus eigener Kraft gelang es ihm noch an den Startplatz zurückzukehren, wo er über Rückenschmerzen klagte. Anwesende setzten die Rettungskette in Kraft. Als die Besatzung des Rettungshubschraubers Christophorus 7 aus Lienz eintraf, folgte die überraschende Meldung: Der Verletzte sei nicht angetroffen worden, weil er „fluchtartig“ das Startgelände in unbekannte Richtung verlassen habe.

Unversichert

Als der Mann gegen 13.00 Uhr von Polizei und Bergrettung entdeckt wurde, war klar warum: Er hatte keine Bergeversicherung und Angst, dass er sich die Kosten des ÖAMTC-Hubschraubereinsatzes nicht leisten könne. Seine Frau brachte den 66-Jährigen schließlich ins Krankenhaus nach Spittal an der Drau. Die Diagnose: schwere Rücken- und Wirbelverletzungen.

Die Frage bleibt, wäre dem Mann der Einsatz tatsächlich in Rechnung gestellt worden?

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