© Kurier/Gerhard Deutsch

Terrornacht von Wien
11/02/2021

Drei Polizisten erinnern sich: "Als er geschossen hat, war mir klar: Ich sterbe jetzt"

Drei Polizisten erinnern sich an den Einsatz vom 2. November in Wien. Fast 5 Minuten Schusswechsel mit dem Attentäter.

von Dominik Schreiber, Kid Möchel

„Für mich war prägend, als der Attentäter aufgeblickt hat und zu uns rübergeschaut hat. Auch aufgrund der vorherigen Funksprüche wusste ich, er gibt nicht auf“, erinnert sich einer der Polizisten, der in der Terrornacht von Wien im Einsatz war.

„Und für mich war klar, als er geschossen hat, ich sterbe jetzt.“

Dann habe der Beamte versucht, selbst noch Schüsse auf ihn abzugeben, aber aufgrund der weiten Distanz war es ihm nicht möglich, den Täter zu treffen.

„Wir hatten mit den Bezirkskräften einen Dreierbeschuss. Es waren drei Funkstreifen aus der Innenstadt dort und mit allen hatte der Täter Schusswechsel. Nachdem wir es fast 5 Minuten geschafft haben, den Täter zu binden, ist die WEGA aufgetaucht. Und die konnte dann mit zwei Trupps vorgehen und den Täter neutralisieren.“

Hilfe für Opernbesucher

Bislang kamen die Polizisten von damals kaum zu Wort.

Der Social Media-Abteilung des Innenministeriums schilderten nun drei Beamte, wie sie die Terrornacht in Wien erlebt haben. Manche von ihnen attackierten heldenhaft – ohne mannstoppende Munition – einen Terroristen mit Sturmgewehr, andere stellten sich einfach in den Dienst, um zu helfen.

Nachdem er von Meldungen in Medien von bis zu sieben Toten Polizisten gehört hatte, stellte sich beispielsweise ein Offiziersschüler sofort in den Dienst.

„Wir brachten tausend Menschen aus der Oper und 500 aus dem Burgtheater. Die Leute waren sehr verunsichert in der Innenstadt, weil sie teilweise auch die Schüsse gehört haben. Es war eine Ausnahmesituation, vieles war noch unklar zu diesem Zeitpunkt.“

Eine weitere Kollegin aus der Polizeiinspektion in der Brandstätte war schon viel früher vor Ort. „Als wir gehört haben, dass alle Funkstreifen aus dem ersten Bezirk gerufen werden, da war uns klar, da geht es jetzt um etwas Größeres“, erinnert sich die Polizistin an die Geschehnisse.

Und weiters: „Man funktioniert, man zieht die Schutzausrüstung an und rechnet mit dem Schlimmsten. Wir sind Richtung Seitenstettengasse gefahren und da haben wir auch schon Menschen, die geschrien haben: da wird geschossen, da wird geschossen. Man hat an den Gesichtern der Menschen gesehen, da ist wirklich etwas passiert. Wir haben deshalb dann unseren Funkwagen am hohen Markt abgestellt. Der Kollege und ich sind in die Judengasse hineingegangen und auch dort sind uns wieder Leute entgegengekommen.“

In der roten Zone

Und weiter: „Dann sind wir vor dem Restaurant Vulcania angekommen. Es haben sich noch viele Personen in den Lokalen dort verschanzt. Und sie sind zu uns gekommen und haben gesagt, es gibt Verletzte und Schwerverletzte. Aber man hat gemerkt, dass die Leute einen Gang herunter schalten können, wenn sie sehen, dass die Polizei da ist. Unsere Aufgabe war danach, die rote Zone zu sichern um einen Zugang für die Rettungskräfte schaffen.“

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