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Chronik Österreich
07/02/2022

68-jährige Österreicherin in Ägypten von Hai getötet

Beim Schwimmen am Roten Meer habe der Hai der Pensionistin einen Arm und ein Bein abgebissen. Wenig später verstarb die Tirolerin.

von Patrick Wammerl

Es sind erschreckende Videoaufnahmen: Aufgebrachte Urlauber stehen am Holzsteg am Meer und rufen der Schwerstverletzten zu, in das blutrote Wasser traut sich aber niemand. Eine 68-jährige Tirolerin ist am Freitag an der Küste vor dem ägyptischen Badeort Sahl Hasheesh südlich von Hurghada von einem Hai attackiert und so schwer verletzt worden, dass sie kurze Zeit später auf dem Weg ins Krankenhaus starb.

Die Heimreise war für Sonntag geplant.

Touristen, die am Strand des Roten Meeres Urlaubsvideos drehten, filmten die Szenen mit. Die 68-jährige Pensionistin aus Kramsach (Bezirk Kufstein), die mit ihrem ägyptisch-stämmigen Lebensgefährten einen Monat Urlaub machte, war mit Flossen im seichten Wasser unweit des Strandes schnorcheln. „Ich geh nochmal kurz rein“, hatte sie ihrem Freund  davor noch zugerufen. 

Die Videoaufnahmen zeigen, wie plötzlich bei Urlaubern auf einem Holzsteg über dem Wasser Panik und Entsetzen ausbricht. Die Frau im Meer wehrte sich mit Leibeskräften gegen die Haiattacke.

Flossen

Die 68-Jährige verlor bei dem Angriff einen Arm und ein Bein, schaffte es aber dennoch, sich mit einer Flosse zurück zum Ufer zu kämpfen. Dort wurde sie von Ersthelfern aus dem Wasser gezogen und versorgt, bis die Einsatzkräfte eintrafen. Laut den lokalen Medien kam es aufgrund der Bisswunden zu einem massiven Blutverlust.

Dieser führte offenbar dazu, dass die 68-Jährige auf dem Weg ins Krankenhaus in einen Schockzustand verfiel und ihr Herz versagte. Alle Reanimationsversuche schlugen fehl. Laut Außenministerium stammt das Opfer ursprünglich aus Tirol. Die österreichische Botschaft in Kairo sei in Kontakt mit der Familie der 68-Jährigen sowie den örtlichen Behörden.

Als Reaktion auf die Attacke wurde vorerst ein Badeverbot auf dem Strandabschnitt verhängt und das Schwimmen, Tauchen und Angeln in dem Urlaubsgebiet für drei Tage untersagt. Das Rote Meer in Ägypten gilt bei abenteuerlustigen Tauchern gerade wegen des großen Haivorkommens als beliebte Destination für Unterwasser-Trips.

40 Haiarten im Roten Meer

Mehr als 40 bekannte Haiarten sind im Roten Meer anzutreffen, darunter auch durchaus angriffslustige Exemplare wie der Weißspitzen-Hochseehai. Einer der bekanntesten Tauchspots, um mit ihnen auf Tuchfühlung  zu gehen, ist das Elphinestone-Riff vor Marsa Alam. Es liegt nur 200 km weiter südlich vom Ort des tödlichen Angriffs auf die Österreicherin.

Haiattacken im Roten Meer vor Ägypten sind keine Seltenheit. Aus den vergangenen Jahren gibt es zahlreiche dokumentierte Fälle.  2020  wurden fünf Menschen im Gebiet des Ras-Mohammed-Nationalparks vor dem Badeort Scharm El-Scheich bei Haiattacken verletzt. Ein 12-jähriger Bursche aus der Ukraine verlor dabei einen Arm und sein Tauchlehrer ein Bein. Der Angriff kam damals von einem etwa zwei Meter langen Weißspitzen-Hochseehai.

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