CORONAVIRUS: RÜCKREISEVERKEHR GRENZÜBERGANG KARAWANKENTUNNEL

Einreise nach Österreich bei der Grenze beim Karawankentunnel.

© APA/EXPA/JOHANN GRODER / EXPA/JOHANN GRODER

Chronik Österreich
08/17/2020

350 Kroatien-Urlaubern gelang Einreise zu spät: Quarantäne

Am Grenzübergang Spielfeld kam es zu langen Wartezeiten. Viele Urlauber haben es nicht rechtzeitig nach Österreich retour geschafft und müssen nun in Quarantäne.

"Absurd ist das schon: Wo wir waren, war kein einziger Corona-Fall, wir waren auf einem Boot", sagt Sven. Der Wiener steht Montagvormittag in Spielfeld an der Grenze von Slowenien nach Österreich und muss nun in Quarantäne, bis er einen negativen Corona-Test vorlegen kann.

Er sieht das zwar entspannt und bekommt keine Probleme in der Arbeit, aber etwas Unverständnis ist dennoch da.

Schlag Mitternacht trat in der Nacht auf heute die Reisewarnung für Kroatien in Kraft. 72 Stunden hatten urlaubende Österreicher Zeit, ihre Zelte in Kroatien abzubrechen, ihre Sachen zu packen und das Land zu verlassen - sofern sie nach ihrer Rückkehr nach Österreich nicht in Quarantäne wollen.

Rund 40.000 Urlauber machten sich auf den Weg zurück, Stau inklusive.

350 Menschen kamen zu spät

Während sich an den Grenzen von Kroatien nach Slowenien, speziell in Macelj, kilometerlange Schlangen gebildet haben, waren die Wartezeiten an den österreichischen Außengrenzen weniger schlimm, als im Vorfeld erwartet. Zu einem Zeitverlust von lediglich 15 Minuten kam es auf der Strecke von Laibach Richtung Villach über den Karawankentunnel.

Dreieinhalb Stunden Wartezeit allerdings mussten Rückreisende am Grenzübergang Spielfeld über sich ergehen lassen. Und nicht alle schafften es vor Mitternacht zurück nach Österreich: Rund 350 Österreicher oder in Österreich lebende Personen haben es in der Nacht auf Montag wegen des Rückstaus nicht rechtzeitig über die Grenze geschafft.

Sie müssen nun vorerst in Quarantäne, so Manfred Walch, Bezirkshauptmann von Leibnitz.

Kritik an kurzer Vorbereitungszeit

Walch kritisierte ein wenig die kurze Vorbereitungszeit, denn ohne das Bundesheer wären die Kontrollen an der Grenze gar nicht möglich. Rund 50 Soldaten übernehmen mit ihrem Assistenzeinsatz die Aufgaben der Gesundheitsbehörde.

Vorrangig Österreicher, die augenscheinlich vom Urlaub heimkommen, sowie auch Kroaten, die in Österreich beispielsweise arbeiten und daher pendeln müssen, werden nach der Anhaltung durch die Polizei zur Seite geleitet. Sie müssen den Soldaten Rede und Antwort stehen - und vor allem sagen, wo sie waren.

Kommen sie aus Kroatien nach Hause, heißt es gleich einmal: "Bitte dieses Formular ausfüllen." Die darin angegebenen Daten werden von der BH Leibnitz dann der jeweiligen Gemeinde des Reisenden sowie der Polizei weitergeleitet. Es gilt, die Quarantäne zu überwachen.

Weiter darf nur, wer schon einen negativen Test vorlegt, sowie Urlauber aus dem Ausland, etwa aus Deutschland oder Tschechien, die nur auf der Durchreise sind und nicht in Österreich Halt machen.

Montagvormittag läuft alles reibungslos. Kaum ein Urlauber regt sich auf, die meisten rechnen mit den Kontrollen und wissen, dass ihnen Quarantäne droht. Auch Sven wusste vorher Bescheid. Eine Heimreise noch am Sonntag sei wegen des angekündigten Staus für ihn nicht infrage gekommen. Er wünscht sich, dass besser unterschieden wird, und zwar zwischen jenen, die wie er nur auf einem Boot unterwegs waren, und jenen, die etwa Partyurlaub in Split gemacht haben.

Walch und seine Beamten dagegen haben schon mit dem aktuellen Aufkommen genug zu tun: "Wir geben unser bestes. Da ist es nicht ermutigend, wenn man dann noch von so manchen hört, wir würden es nicht gut machen." Er meint, dass die Nervosität schon hoch sei. "Der Vollzug ist immer anders als das Stück Papier", verteidigt er die Arbeit seines Teams und der Soldaten.

Wenige kommen über Karawankentunnel

Am Montag hielt sich die Zahl der österreichischen Autofahrer, die über den Karawankentunnel auf der A11 nach Kärnten einreisten, in Grenzen. Die Österreicher haben entweder ihren Urlaub vorzeitig beendet oder bleiben länger. Bis zum späten Vormittag wurden rund 65 Fälle von verhängter Quarantäne registriert. Das Gros der Autofahrer stammte aus Deutschland.

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