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Chronik Österreich
02/24/2021

Erstmals seit über einem Monat wieder mehr als 2.000 Neuinfektionen in Österreich

Dass die Zahlen derzeit "leicht steigen, macht mir Sorgen", sagt Gesundheitsminister Anschober. Erhöhte Testrate soll aber nur zu 20 Prozent für Steigerung verantwortlich sein.

Kommenden Montag soll es wieder so weit sein. Dann will die Regierung über weitere Lockerungen entscheiden. Voraussetzung dafür: "Keine sehr starken unkontrollierten Zuwächse" - das hielt Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute einmal mehr fest. 

Die derzeit "leicht steigenden Infektionszahlen" erfüllen ihn mit Sorge. Zumal sich - nach derzeitigem Wissenstand - die Hoffnung, dass sich die zuletzt deutlich steigenden Infektionszahlen auf den massiven Ausbau der Testkapazitäten zurückführen lassen, nicht bestätigt. Laut Anschober sind nur 20 Prozent der Neuinfektionen auf die erhöhte Testaktivität zurückzuführen. 

Vorstellen kann sich die Regierung künftig offenbar aber auch wieder regional unterschiedliche Maßnahmen.

Fraglich ist, ob es angesichts der aktuellen Zahlen überhaupt so weit kommen kann: Erstmals seit über einem Monat wurden in den vergangenen 24 Stunden wieder mehr als 2.000 Fälle registriert. Konkret wurden 2.005 Corona-Fälle gemeldet. Hinzu kamen 37 neue Todesfälle

Ähnlich hohe Fallzahlen (2.088) wurden zuletzt am 22. Jänner - mitten im harten Lockdown - registriert. Damit gibt es aktuell 17.558 aktive Corona-Fälle in Österreich.

In den vergangenen 24 Stunden wurden 44.222 PCR-Tests durchgeführt. Die Positiv-Rate liegt seit Tagen konstant bei rund 4,5 Prozent. 

Zahl der Erkrankten in Spitalsbehandlung rückläufig

In der vergangenen Woche haben sich insgesamt 12.502 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg am Mittwoch auf 140,5.

Die Zahl der Erkrankten in Spitalsbehandlung ging unterdessen zurück. Insgesamt lagen am Mittwoch 39 Patienten weniger im Krankenhaus als am Donnerstag, 1.323 Betten waren belegt. Auch auf den Intensivstationen gab es einen Rückgang von 15 Covid-19-Erkrankten. Österreichweit benötigten 256 Menschen intensivmedizinische Versorgung.

Stand in den Bundesländern

  • Burgenland: 97
  • Kärnten: 149
  • Niederösterreich: 355
  • Oberösterreich: 337
  • Salzburg: 142
  • Steiermark: 201
  • Tirol: 146
  • Vorarlberg: 46
  • Wien: 533

Aktuelle Entwicklungen

  • Anschober will bei "starken Zuwächsen" wieder verschärfen (mehr
  • Hoffnung: Astra Zeneca in Österreich bald auch für über 65-Jährige? (mehr)
  • Entscheidung über Impf-Privilegien nicht vor April (mehr)
  • Mehr Tests dürften nur 20 Prozent der Steigerungen verursachen (mehr)
  • Andrea Mayer sieht Kultur für Öffnung bereit, Absage an Gutscheine (mehr)
  • Kassen-Chefarzt: "Werden uns jährlich gegen Corona impfen lassen müssen" (mehr)
  • Dämpfer: Astra Zeneca liefert nur die Hälfte der zugesagten Impfdosen (mehr)
  • Wird die brasilianische Virus-Variante zum Risiko für Österreich? (mehr)

Impfstatus in Österreich und international

Seit 27. Dezember wird auch in Österreich geimpft. Der Impfstart gab vielen Menschen Hoffnung, bald wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können. Doch bis die Impfung auch eine kritische Masse erreicht, ist noch etwas Geduld gefragt. 

Das zeigen die täglich veröffentlichten Impfzahlen des Gesundheitsministeriums, die seit Mitte Jänner tagesaktuell veröffentlicht werden. Die derzeit kommunizierte Zahl zeigt jedoch nicht den präzisen Stand der aktuell geimpften Personen, sondern lediglich einen „Näherungswert“. 

Hospitalisierungen in Österreich

Maßgeblich für etwaige weitere Maßnahmen gelten vor allem die Spitalskapazitäten. Grob gesagt gilt hier die 100-10-1-Regel: Von 100 infizierten Menschen müssen rund 10 hospitalisiert werden, einer davon landet auf der Intensivstation - und das meist gleich für mindestens 10 Tage. 

Wie die Bettenkapazitäten in Spitälern in den einzelnen Bundesländern aussieht, das zeigt die folgende Grafik. 

    Die folgende Grafik zeigt die 7-Tages-Inzidenz für ganz Österreich, heruntergebrochen auf Bezirksebene.

    Die sogenannte Inzidenz gilt als wichtiger Richtwert in der Pandemiebekämpfung. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner an. Die 14-Tages-Inzidenz wird herangezogen, um langfristige Tendenzen besser darstellen zu können.

    In Deutschland etwa liegt die zulässige Obergrenze bisher bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Österreich ist eine solche Grenze nicht genau definiert. In der Corona-Ampel wird eine Region auf Rot gestellt, wenn es eien "hohe kumulative 7-Tages-Inzidenz relativ zur Bevölkerungsgröße" gibt. 

    Todesfälle in Österreich

    Corona-Hotspots in Österreich

    Folgende Grafik zeigt täglich die neuen Fälle gerechnet auf 100.000 Einwohner - gereiht nach Bezirk. 

    Anmerkung: Bei Bezirken unter 100.000 Einwohnern sind die Fälle statistisch hochgerechnet um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Die in dieser Kategorie angegebenen Neuinfektionen müssen also nicht den tatsächlichen Fällen entsprechen. 

    Testungen und Anteil positiver Tests

    Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen? Diese Frage beschäftigte vor allem im Sommer die Corona-sensibilisierte Öffentlichkeit. Eine Antwort darauf kann die Positivrate bei den Testungen liegen. War diese im Sommer bei rund fünf Prozent, so landete sie im Herbst bei bis zu 25 Prozent. Wären steigende Neuinfektionszahlen nur auf vermehrte Tests zurückzuführen, dürfte sich der Anteil positiver Tests eigentlich nicht ändern. 

    Klicken Sie in die Kurve, um die genauen Anzahl der täglich neuen Testungen zu sehen. 

    Internationaler Vergleich

    Acht Monate nach Beginn der weltweiten Corona-Pandemie findet sich Österreich im weltweiten Spitzenfeld des Infektions-Geschehens wieder.

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