Chronik | Österreich
06.10.2018

18-Jähriger muss nicht vor US-Gericht und darf heim

Staatsanwaltschaft in Florida klagt Leo S. nicht an. Ihm wurde Sex mit einer Minderjährigen vorgeworfen.

Das „gute Ende“, auf das Leo S. und seine Eltern gehofft hatten, ist da. Es dauerte zwar neun Wochen, aber jetzt steht fest: Der junge Oberösterreicher muss nicht in den USA vor Gericht, er darf nach Hause. „Wir sind überglücklich, wir gehen jetzt feiern“, ließ die Familie als erste Reaktion wissen.

Die Staatsanwaltschaft in Sarasota klagt den 18-Jährigen nicht an: Ihm wurde Sex mit einer Minderjährigen vorgeworfen, das wird im US-Bundesstaat Florida mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet. Doch Freitagnachmittag, 14.30 Uhr Ortszeit, kam die erlösende Nachricht der Justiz: Leo wird nicht belangt, der Staat lässt sämtliche Vorwürfe fallen. „Wir als seine Rechtsanwälte freuen uns, dass es gelungen ist, die Staatsanwaltschaft davon zu überzeugen, dass es sich hier um eine echte Liebesbeziehung gehandelt hat“, betont Anwalt Carl-Christian Thier.

Mädchen war zu jung

Eben diese Freundschaft zu einer US-Amerikanerin brachte Leo erst in diese missliche Lage: Er lernte das Mädchen in Online-Foren kennen, hielt monatelang Kontakt, ehe er knapp nach seinem 18. Geburtstag nach Florida flog und seine Freundin besuchte. Die war allerdings erst 15 Jahre alt. Das Schutzalter für einvernehmlichen Sex liegt in Florida bei 16 Jahren, im Gegensatz zu Österreich, hier beträgt die Grenze 14 Jahre.

Leo wurde in ein Gefängnis gesteckt, dort sogar von Mitgefangenen verprügelt. Das wurde allgemein sichtbar bei der ersten Anhörung, über die im US-Fernsehen berichtet wurde: Leo wurde in Handschellen und im orangen Gefängnisoverall vorgeführt. Nach zehn Tagen wurde er aus der Haft entlassen, weil seine Eltern mit Hilfe von Spenden die Kaution von umgerechnet 170.000 Euro aufbrachten.

„Ich gehe davon aus, dass sie den Rückflug buchen, sobald Leo seinen Pass wieder hat“, vermutet Herbert Froschauer, Bürgermeister der Heimatgemeinde der Familie. Da es keine Anklage gegen Leo geben wird, erhält die Familie die Kaution zurück. Auf dem Spendenkonto der Gemeinde liegen rund 50.000 Euro, dieses Geld ist zum Begleichen der Verfahrenskosten gedacht.