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Chronik Österreich
05/10/2021

128 Kennzeichen abgenommen: GTI-Fans lassen sich nicht bremsen

Das offizielle GTI-Treffen zu Christi Himmelfahrt wurde abgesagt. Die Tuningfans zieht es trotzdem nach Kärnten. Wie die Polizei vorgeht und warum die Verstärkung aus Wien länger bleiben könnte

von Anja Kröll

Wenn sich die Kärntner Polizei verstärkt für den Wetterbericht am verlängerten Christi-Himmelfahrt-Wochenende interessiert, kann dies nur eines bedeutet: Sonnenschein lockt laute GTI-Motoren an.

Wie berichtet, hätte traditionellerweise auch heuer das GTI-Treffen in Kärnten am bevorstehenden langen Wochenende stattfinden sollen. Doch Corona-bedingt kam es zur Absage. Eine offizielle Absage kann inoffizielle Treffen aber nicht stoppen, das beobachtet die Exekutive seit Wochen. Immer wieder sorgten die Fans getunter Motoren pünktlich an Samstagen und Sonntagen mit lautstarken Treffen und absichtlich ausgelösten Fehlzündungen für Verstimmungen unter den Anrainern.

Auspuff im Polizeivisier

Grund für die Kennzeichen-Abnahmen waren übrigens in erster Linie Umbauten an Auspuffanlagen. So wurden etwa Dieselpartikelfilter beziehungsweise Katalysatoren ersetzt oder so manipuliert, dass wesentlich überhöhte Betriebsgeräusche gemessen wurden. Weiters wurden Mängel aufgrund von Tieferlegung bzw. Fahrwerksänderungen festgestellt. Doch nicht nur bei den Autos waren die Beamten gefordert. Auch bei Verstößen gegen die Corona-Bestimmungen gab es genug zu tun. Neben den bekannten Hotspots der Tuningszene kam es am Wochenende in den Abendstunden auch in der Landeshauptstadt Klagenfurt zu größeren Menschenansammlungen. Meist ohne Einhaltung der Maskenpflicht oder der geltenden Abstandsregeln. „Es mussten diesbezüglich zahlreiche Organmandate ausgestellt und Anzeigen erstattet werden“, sagt Dullnigg.

Zudem kam es beim Parkplatz des Pyramidenkogels – ein Lieblingstreffpunkt der Fans schneller und lauter Motoren – zu einer Schlägerei. Ein 18-jähriger Niederösterreicher stieß dabei einen stark alkoholisierten 17-jährigen Salzburger zu Boden. Dieser wurde dabei unbestimmten Grades verletzt und musste mit der Rettung ins UKH Klagenfurt eingeliefert werden.

Überraschenderweise ruhig blieb es hingegen im Bereich Faaker See, wo sich die Szene traditioneller Weise gerne versammelt. Eine Erklärung: Bereits im Vorfeld waren die großen Parkplätze am See, die als Sammelpunkt gelten, gesperrt worden. Dadurch verlagerten die PS-Fans ihre Treffpunkte.

Die gute Nachricht am Ende: Das Wochenendwetter für den Raum Klagenfurt verspricht aus heutiger Sicht vor allem jede Menge Regen. „Aber wir haben alles am Radar. Die Kollegen aus Oberösterreich und Wien stehen im Einsatz und die Videoüberwachung ist aktiv“, erklärt Polizeisprecherin Dullnigg. Das Dröhnen der Motoren könnte also durch Prasseln von oben ersetzt werden.

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