© Daniel Raunig

Chronik Österreich
04/15/2021

GTI-Treffen: "Diesen Tourismus befürworten wir nicht"

Das Event löst Spannungen aus. Dabei gibt es Pläne für eine verkehrsberuhigte Zone rund um den Faaker-See.

von Anja Kröll

Nicht nur heuer sorgt das GTI-Treffen, oder vielmehr seine illegalen Ableger, in Kärnten für Unmut. Nach hunderten Organmandaten und Anzeigen stiegen die Touristiker rund um den Faaker-See bereits im Herbst des Vorjahrs auf die Barrikaden und luden zu einem Krisengipfel ein. Die zentrale Frage, die sich in Kärnten seit Jahrzehnten stellt: Wie kann man Autofans, die die Zwischensaison beleben in der Region halten und gleichzeitig Verkehrsübertretungen und vom Lärm geplagte Anrainer vermeiden?

Keine Zukunft für laute Boliden

Ein Jahr nach dem Gipfel findet Georg Overs, Geschäftsführer der Region Villach Tourismus, im Gespräch mit dem KURIER klare Worte: „Diesen Tourismus befürworten wir nicht und halten ihn auch nicht für zukunftsfähig.“ Von einer Anreise der GTI-Fans hätte die Region aktuell aufgrund der laut Corona-Verordnung geschlossenen Beherbergungsbetriebe recht wenig.

Overs: „Es gibt viele GTI-Gäste, die sich vernünftig benehmen, das erwarten wir von unserem Publikum auch. Wir rufen auf, sich an die gesetzlichen Bestimmungen zu halten.“ Dass Rasern und Dauertemposündern bald die Abnahme ihrer Autos drohen könnte, begrüßt man laut Overs in der Region.

Wurden Pläne umgesetzt?

Doch noch einmal zurück zum GTI-Krisengipfel 2020. Damals wurde auch das Konzept für eine verkehrsberuhigte Zone rund um den Faaker-See, mit deren Hilfe die getunten Boliden ausgebremst werden sollten, präsentiert. Der Plan: Die Straße rund um den See sollte für den Durchzugsverkehr komplett gesperrt werden. Eine Fahrspur sollte laut dem Konzept einzig Fußgängern und Fahrradfahrern zugesprochen werden. Der Plan der Touristiker, sah flanierende Gäste auf einer verkehrsberuhigten Promenade vor.

Der Plan ist auch ein Jahr später ein Plan. „Wir haben das Konzept nicht aufgegeben und bereiten weiter alles vor. Aber all diese Ideen hängen von großen Fördermitteln ab. Und die Pandemie erleichtert dies nicht“, erklärt Touristiker Overs. Weniger diplomatisch formuliert es Michaela Tiefenbacher, Vorsitzende des Tourismusverbandes Finkenstein am Faaker See: „Das alles geht sehr ins politische. Den Bürgermeistern und dem Land fällt es schwer, bei diesem Thema klar eine Positon zu beziehen.“

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