Hessen/ ARCHIV: Eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes schiebt in einem Altenpflegeheim in Neu-Isenburg eine Bewohnerin in einem Rollstuhl (Foto vom 30.06.09). Die Bundesagentur fuer Arbeit (BA) fordert im Kampf gegen Fachkraeftemangel in der Pflege eine verkuerzte Ausbildungszeit fuer erfahrene Hilfskraefte. "Eine zweijaehrige Ausbildung kann durchgaengig von der Bundesagentur fuer Arbeit finanziert werden", sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker der Duesseldorfer "Rheinischen Post" (Freitagausgabe vom 14.09.12) laut Vorabbericht. "Wir waeren also in der Lage, innerhalb von zwei Jahren zwischen 5.000 und 10.000 Kraefte zu examinierten Altenpflegern ausbilden zu lassen. Becker sagte, in der Altenpflege koennten sofort 10.000 Fachkraefte eingestellt werden. "Wir haben aber einen erheblichen Mangel an examinierten Kraeften", sagte er. (zu dapd-Text) Foto: Martin Oeser/dapd

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Seniorenheim
02/22/2013

Trotz schwerer Vorwürfe gegen Heimleiter: „Pflege wurde nicht vernachlässigt“

Heimaufsicht will eine rasche Lösung für den Alkohol- und Sexskandal im Bezirk Linz-Land.

von Raffaela Lindorfer

Eine Kiste Bier pro Monat ist mir wirklich nicht aufgefallen“, rechtfertigt sich Gertrude Strigl, Direktorin des Sozialhilfeverbands Linz-Land, auf KURIER-Anfrage zu den angeblichen Alkohol-Eskapaden in einem Altenheim des Bezirks. Sie hat die Kontrolle der insgesamt neun Heime mit 850 Mitarbeitern des Trägerverbands über.

Erste Hinweise auf die Vorkommnisse, die in dieser Woche an die Öffentlichkeit gedrungen sind, habe der nun beschuldigte Heimleiter Ende Jänner persönlich an sie herangetragen. „Er hat mir bei den Quartalsgesprächen von internen Spannungen berichtet.“ Daraufhin habe die Direktorin Kontakt zu einigen Mitarbeitern aufgenommen. „Es ist unfassbar, wie weit die Angaben auseinanderklaffen“, sagt sie. Während einige den Führungsstil ihres Chefs als „angenehm locker“ bezeichnet hatten, erhoben andere schwere Vorwürfe. Die Rede war von feuchtfröhlichen Partys und teilweise massiver sexueller Belästigung. Der Sozialhilfeverband habe den Verdacht, der sich nach einem anonymen Brief erhärtet hat, überprüft und will dienstrechtliche Konsequenzen ziehen.

Der Beschuldigte hat nun einen zweiwöchigen Urlaub angetreten – „unabhängig von den Ermittlungen“, betont Obmann und Bezirkshauptmann Manfred Hageneder. Der 52-Jährige sei sofort vom angeblichen Opfer getrennt worden. Das sei die einzig korrekte Vorgangsweise. Die Staatsanwaltschaft Steyr prüft, ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt.

Pflege einwandfrei

Unabhängig davon, ob die Anschuldigungen stimmen, habe die Pflege in keinster Weise unter den Vorgängen hinter verschlossenen Personaltüren gelitten, betont Direktorin Strigl und bekommt Rückendeckung von einem Angehörigen. „Für die Pfleger lege ich meine Hand ins Feuer. Sie haben meine Mutter immer bestens versorgt“, sagt Wolfgang P.

Mängel konnte auch die Heimaufsicht des Landes nicht feststellen, bestätigt Albert Hinterreitner aus dem Büro von Soziallandesrat Josef Ackerl. „Die Routinekontrollen waren einwandfrei. Wenn es in der Pflege Missstände gegeben hätte, wären wir durch Angehörige sicher viel früher alarmiert worden.“ Die Heimaufsicht drängt auf eine rasche Lösung des internen Konflikts.

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