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Ermittlungen
02/21/2013

Personal bestätigt „Gaudi“ im Seniorenheim: „Haben oft und viel getrunken“

Während der Obmann des Trägerverbands die Vorwürfe relativiert, melden sich weitere Mitarbeiter zu Wort.

von Raffaela Lindorfer

Nach dem KURIER-Bericht über jenes Altenheim im Bezirk Linz-Land, in dem während der Arbeitszeit Trinkgelage und sexuelle Belästigung stattgefunden haben sollen, melden sich nun zwei weitere Mitarbeiter zu Wort. „Jahrelang hat es jeden Donnerstag Partys gegeben“, bestätigt ein anonymer Pfleger.

Wie exzessiv diese Zusammenkünfte zuweilen waren, zeigt die Geschichte der ehemaligen tschechischen Putzfrau. Sie sei einmal stark alkoholisiert nachhause gefahren und habe einen Unfall verursacht, gibt sie reumütig zu. „Ja, wir haben oft und viel getrunken – es war eine Riesengaudi“, sagt sie im selben Atemzug. Richtig sei auch, dass sie für Kollegen gestrippt hat – aber: „Der Chef war ein Gentleman. Er hat zumindest mich nie sexuell belästigt.“

Die Ermittlungen des Sozialhilfeverbands Linz-Land als Träger des Heims sind vorerst abgeschlossen, sagt Obmann Manfred Hageneder. Gestern, Donnerstag, ist der Fall im Hinblick auf den Vorwurf einer Pflegerin, sie sei sehr wohl sexuell belästigt worden, an die Staatsanwaltschaft Steyr weitergegeben worden. Für die Dauer der Ermittlungen ist der Heimleiter versetzt worden.

„Unfassbar, dass er noch arbeiten darf“, ist ein Pfleger empört. Die Stimmung im Heim sei angespannt. „Über seine Informanten kriegt er alles mit, was bei uns geredet wird. Wir haben Angst, dass er zurückkommt.“ Hageneder schließt das nicht aus, sollte sich der Heimleiter als unschuldig erweisen. So habe sich der Vorwurf der Saufgelage auf Kosten des Verbands relativiert.

Kontrolle

Interne Ermittlungen dazu habe es bereits gegeben, bevor die Sache durch einen anonymen Brief publik geworden ist. Die für die Kontrolle zuständige Geschäftsstellenleiterin Gertraud Strigl war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hageneder bestätigt aber, dass Belege kontrolliert worden seien. „Jährlich sind etwa 250 Flaschen Bier gekauft worden.“ Die harten Getränke müssten folglich von außen mitgenommen worden sein. Er bestehe darauf, dass die Beteiligten das Bier rückwirkend bezahlen müssen. Die Gerüchte um sexuelle Aktivitäten in freien Heimzimmern hätten sich ebenfalls bewahrheitet – einen Beweis, dass es der Leiter war, gebe es allerdings nicht.

Das empört die Pfleger im Gespräch mit dem KURIER: „Jeder wusste vom Sex, den Partys und den dreckigen Sprüchen. Die Wahrheit muss endlich raus.“ Der Beschuldigte bestreitet alles.

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