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Chronik Oberösterreich
10/11/2021

Stichwahl in OÖ zeigte: Ortschef und Partei sind zwei Paar Schuhe

Viele frisch gewählte Bürgermeister ohne Parteienmehrheit im Gemeinderat.

von Petra Stacher

Es ist eine bedeutende politische Funktion auf lokaler Ebene: das Bürgermeisteramt. Anders als in Wien, NÖ oder der Steiermark wird der Bürgermeister in OÖ direkt gewählt. Dass bei der Wahl nicht unbedingt die Farbe der Partei im Vordergrund steht, sondern die Persönlichkeit, zeigte die Stichwahl am Sonntag, bei der 72 der 438 Gemeinden nochmals wählen mussten.

Insgesamt haben bei den Wahlen 52 Lokalpolitiker den Bürgermeistersessel erobert, obwohl ihre Partei im Gemeinderat keine Mehrheit hat.

Besonders stolz ist die ÖVP darauf, Traun, Mattighofen, Gosau und St. Georgen an der Gusen gedreht zu haben. Statt rot ist das Stadtoberhaupt nun schwarz. Im Gemeinderat, der am 26. September gewählt wurde, ist das jedoch nicht der Fall. Überall, bis auf Gosau, dominiert die SPÖ. Wenn auch nur knapp. In Mattighofen trennen ÖVP und SPÖ nicht einmal ein Prozent. Zumindest hat die ab sofort jüngste oö. Bürgermeisterin, Nicole Grasl-Zehetner (ÖVP) in Hofkirchen im Traunkreis, Rückendeckung: Mehr als 50 Prozent wählten in dem Ort vor zwei Wochen ihre Partei.

Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Die SPÖ gewann 14 Bürgermeister dazu, darunter jene von Eferding, Freistadt, Schärding und Vöcklabruck. Die Mehrheit im Gemeinderat hat weiterhin überall die ÖVP inne.

SPÖ vor SBU

Das Blatt gewendet hat sich auch in Steyregg: Die SPÖ schnappte dort der etablierten Bürgerliste SBU das Amt weg. Im Gemeinderat konnte die Bürgerliste ihre Mehrheit jedoch weiter ausbauen, sie liegt bei über 40 Prozent der Stimmen. Die SBU hält zehn Mandate, die SPÖ neun.

Auch der erste grüne Bürgermeister, Rudolf Hemetsberger in Attersee, muss ohne Mehrheit im Gemeinderat auskommen. Zumindest erreichte man aber – mit jeweils sieben – gleich viele Mandatare wie die ÖVP.

Trostpflaster gab es am Sonntag für den eigentlichen Wahlverlierer des 26. September – die FPÖ. Ihre Kandidaten machten in Ansfelden und Pucking das Rennen. In beiden Gemeinden ist die FPÖ zudem stimmenstärkste Partei. Der neue Bürgermeister von Pucking, Thomas Altof, wird zudem voraussichtlich stellvertretender Büroleiter von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner.

Übrigens: Das knappste Rennen machte Vera Pramberger (SPÖ) in Kirchdorf an der Krems. Mit drei Stimmen mehr gewann sie gegen ÖVP-Kandidat Alexander Hauser.

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