Schneefräse aus den Welser Reform-Werken 110 V

© honorarfrei/Werksfoto

Reform
01/08/2017

Spezialtechnik für Berge und Städte

Das Welser Traditionsunternehmen setzt auf Maschinen für Bergbauern und Kommunaltechnik.

von Josef Ertl

Wenn es draußen stürmt und schneit, ist das nicht nur gut für die Winterskigebiete, sondern auch für das Welser Unternehmen Reform. Denn dann sind ihre Schneeräumgeräte besonders gefragt. Ob das Schmalspurgerät Boki für die Gehsteige, ob der Mounty oder der Mäher RM 20: Sie sind unentbehrliche Helfer bei der Beseitigung des Schnees und bei der Salz- und Splitstreuung.

"Die Kommunaltechnik ist unser zweites Standbein. Hier wollen wir kräftig wachsen", erklärt Clemens Malina-Altzinger, 62, Geschäftsführer der Reform-Werke Bauer & CO Ges.m.b.H. in Wels, im Gespräch mit dem KURIER. Das Unternehmen macht 98 Millionen Euro Umsatz, das ist ein Plus von sieben Prozent. Reform beschäftigt 500 Mitarbeiter, davon 360 in Wels. Es ist ein Familienunternehmen in der dritten Generation. Eigentümer sind Malina-Altzinger und seine drei Geschwister.

Das ursprüngliche Standbein sind Maschinen und Fahrzeuge für die Bergbauern, in Gebieten, wo der Einsatz des Traktors zu gefährlich ist. "Das ist unverändert ein ganz wichtiger Teil unseres Unternehmens", so Malina-Altzinger. Das sind der Muli, ein Transporter; der Metrac, ein Zweiachsmäher mit Allradlenkung und -antrieb, niedrigem Schwerpunkt und breiter Spur; und der Mounty, ein Geräteträger, der einem Traktor ähnlich sieht und der Heuernte am Hang dient. Unverändert wird der Motormäher hergestellt. Der erste kam 1948 auf den Markt. "Unsere strategische Ausrichtung lautet, in der Berglandtechnik stark bleiben und in der Kommunaltechnik stark wachsen. Die Berglandtechnik ist ein regional begrenzter Markt, in den Alpen, in den Pyrenäen, den Vogesen und ein bisserl im Schwarzwald. Die Schweiz ist der wichtigste Markt. Unsere dortige Niederlassung heißt Agromont AG, sie verfügt über eine klassische Importeursstruktur mit eigenem Verkauf und Service", erläutert Malina-Altzinger.

Mehr als 75 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erwirtschaftet. Ein Drittel in der Schweiz, ein knappes Viertel in Österreich, mehr als 20 Prozent in Deutschland.In Südkorea und Russland laufen Reform-Geräte zur Skipisten-Pflege.

Vor zwei Jahren wurde in Bayern die Firma Kiefer zugekauft. Sie stellt Schmalspurfahrzeuge her, die unter Reform Boki vermarktet werden. Es ist der kleinere Bruder des Muli, Einsatzgebiete sind Gehsteige und Fußgängerzonen. Eine Nebennische sind die Friedhofsbagger.

Die Kommunaltechnik ist ein wachsender Markt, denn der Bürger wird anspruchsvoller. Die Böschungspflege im Hochwasserschutz ist ein zunehmend größer werdender Bereich, denn die Rückhaltebecken müssen gepflegt werden, sie dürfen nicht verbuschen. Die Autobahnböschungen müssen gemäht werden.

Die Produktion zeichnet sich durch eine große Fertigungstiefe aus, es wird de facto alles in Wels selbst hergestellt. Die Mitarbeiter sind durchschnittlich 19 Jahre im Unternehmen, Malina-Altzinger setzt auf eine gute Mischung von jung und alt. "Das Ideale ist die Erfahrung mit der Jugend zu kombinieren."

Reform ist ein Traditionsunternehmen, 1910 gegründet. "Wir waren schon immer hier an diesem Standort in Wels. Gründer war der Großvater Johann Bauer. Er war der Sohn des Bauern vom Kumpelgut. Er hat hier eine regionale Versorgung mit Maschinen aufgebaut. Rechen, kleine Pflüge, Kartoffelroder, den erste Energiesparofen." Im Ersten Weltkrieg wurden Feldküchen für die Kaiserliche Armee produziert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen beschlagnahmt und Rotax einquartiert. Es wurden Flugzeugmotoren produziert. Aus der Verbindung mit Rotax entstand nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Motormäher. In den 1960er- und 1970er-Jahren erfolgte der Schritt in die Spezialisierung der Berglandtechnik.

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