Chronik | Oberösterreich
12.11.2017

Seit einem Jahr hat es nicht geregnet

Kapstadt – Oberösterreichs Partnerregion erlebt dramatische Auswirkungen des Klimawandels.

In der Region Kapstadt in Südafrika hat es seit einem Jahr nicht geregnet. "Wir sind mit verschiedenen und langfristigen Auswirkungen der Klimawandels konfrontiert. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen", erzählt Ilse Trautmann bei ihrem Besuch in Linz. Sie ist in der Privonz Western Cape mit der Hauptstadt Kapstadt oberste Beamtin für Technologie in der Landwirtschaft und war mit einem Kollegen und einer Kollegin zu einem einwöchigen Besuch in Oberösterreich.Western Cape ist wie Bayern, Quebec, Sao Paulo, Georgia und Shandong eine Partnerregion Oberöösterreichs.

Die extremen Ereignissewürden sich häufen, sagt sie, so zum Beispiel Wald- und Buschbrände und Dürren. "Wir versuchen unsere Bauern darauf einzustellen." So soll der Wassereinsatz möglichst effizient sein. Laut südafrikanischer Verfassung muss Wasser zuerst den Menschen zur Verfüng stehen und dann den Tieren. Die Landwirtschaft kommt erst an dritter Stelle. So gibt es für sie zu wenig Wasser. Das bedeutet zum Beispiel Probleme für den Weinbau.Die Klimaprognosen lassen erwarten, dass sich bis 2050 die Temperatur um zwei bis drei Grad erhöhen wird. Es werden nun Getreidesorten entwickelt, die weniger Wasser benötigen und höhere Temperaturen vertragen. In Western Cape gibt es 30.000 Bauern mit rund 250.000 Beschäftigten.

Auch in der Provinz Western Cape ist die Zahl der Bauern rückläufig. "Wir beobachen aber eine Aufbruchsstimmung, vor allem unter den Jungen", sagt Trautmann im Gespräch mit dem KURIER. "Sie arbeiten verstärkt zusammen, sie wollen Farmer sein, sie wollen produzieren. Ein Farmer will ein Farmer sein. Sie sind es gewohnt, hart zu arbeiten. Die Herausforderung ist, die Produktion aufrecht zu erhalten, um die Bevölkerung zu ernähren." Weil der Milchpreis wegen der Importe aus Brasilien so billig ist, braucht ein Bauern mindestens 1000 Kühe, um überleben zu können. "Idealerweise sollten es 1000 bis 5000 Kühe sein." Richtiggehend begeistert war die Delegation von der neuen Landwirtschaftsschule in Hagenberg. "Hätten wir in ganz Südafrika neun solche Schulen, in jeder Provinz eine, dann stünden wir ganz anders da", war Trautmann von der hiesigen Ausbildung angetan.