142 Betten stehen für Covid-19 Patienten nun zusätzlich in Oberösterreich zur Verfügung.

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Chronik Oberösterreich
11/24/2020

OÖ: 142 weitere Corona-Betten sollen Krankenhäuser entlasten

Reha-Kliniken werden dafür transformiert. Auch weitere 50 Intensivbetten sind im Gespräch. Höhepunkt der Auslastung wird nächste Woche erwartet.

von Petra Stacher

Etwa 1.100 Personen befinden sich aufgrund von Covid-19 derzeit in Oberösterreichs Spitälern. 148 Patienten auf der Intensiv, 917 auf Normalstationen (Stand Dienstagfrüh). Und damit ist der erwartete Höchststand noch nicht einmal erreicht. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) verkündete am Dienstag in einer Pressekonferenz deshalb, er wolle die Kapazitäten erweitern: Zusätzliche 142 Betten stehen ab 1. Dezember zur Verfügung.

„Die hohen Infektionszahlen sind zwar leicht rückläufig. Jene die das Krankenhaus brauchen, sind aber schon krank. Die Lage ist noch immer sehr ernst“, sagt Stelzer. Bereits im Frühjahr wurde für ein solches Szenario ein Stufenplan erarbeitet, nun tritt dieser teilweise in Kraft – und zwar in Kooperation mit den Kreuzschwestern und der Vamed.

"Kein Konkurrenzkampf"

Konkret werden im Therapiezentrum Gmundnerberg bei Altmünster 75 stationäre Betten für Covid-19-Patienten zur Verfügung stehen, in der Rehaklinik Enns 29 und im Krankenhaus der Kreuzschwestern in Sierning 38.

Einen Konkurrenzkampf zwischen Reha- und Covid-Patienten, werde es laut  Harald Schöffl, Mitglied in der Geschäftsführung der Oö. Gesundheitsholding, aber nicht geben, da die Bereitschaft eine Reha zu machen ohnehin abgenommen hätte. Somit sei Platz für die Coronapatienten, die eigentlich keine Akutbehandlung mehr brauchen.

„Die Behandlung erfolgt im Sinne einer internen Normalstation, die Covid-Patienten versorgt“, sagt  Hermann Moser, Ärztlicher Leiter der Reha-Klinik Gmundnerberg. Etwa zwei Wochen werden im Schnitt Patienten in den 142 Betten weiter behandelt. Betreut werden sie dabei vom eigenen Personal der drei Häuser.

Engpass Personal

Dieser Umstand sei für die anderen Krankenhäuser eine besondere Entlastung: „Unser Engpass ist nicht der Raum, nicht das Bett und nicht die Technik, sondern die Mitarbeiter. Wir brauchen Personal,  das sofort einsetzbar ist.  Wir stoßen schön langsam an diese Grenze“, sagt Stelzer.

Nach wie vor sei es deshalb wichtig, sich an die Maßnahmen zu halten. „Das beste System kommt an seine Grenzen, wenn der Zustrom nicht gehemmt wird“, pflichtet dem Franz Harnoncourt, Chef der Oö. Gesundheitsholding, bei.

Die Kooperation solle vier Monate aufrechterhalten bleiben. „Das bringt die Entlastung, die wir brauchen um in den Krankenhäusern aus einem Krisenmodus in einen Hybridmodus und damit wieder ein Stück näher an die Regelversorgung zu kommen“, so Schöffl. Zudem hätte laut Harnoncourt das Personal in den Krankenhäusern endlich wieder einmal etwas Luft zum Atmen.

50 weitere Intensivbetten möglich

Und das brauche es auch, denn der Höhepunkt stehe noch bevor: Laut Prognosen solle dieser in OÖ nächste Woche mit 160 bis 170 Patienten auf den Intensivstationen erreicht werden. Um das zu bewältigen stünde eine weitere Aufstockung im Gespräch:

Zu den derzeit 150 Intensivbetten für Covid-19-Patienten könnten weitere 50 dazukommen. Diese stünden schnell zur Verfügung, je nach Bedarf werde auch nur ein Teil davon aufgebaut.

Danach geht Harnoncourt jedoch von einer Stabilisierung aus.

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