Chronik | Oberösterreich
04.07.2018

Neue Brücke über die Donau als Hoffnungsträger gegen den Stau

Querung soll Ende 2020 fertiggestellt werden. Sie ist entscheidend für den Linzer Öffi-Ausbau.

Mit dem Spatenstich für die neue Donaubrücke – zum Stadtteil Urfahr und weiter ins Mühlviertel – wurde am gestrigen Mittwoch in Linz eine neue Etappe in der Verkehrspolitik eröffnet. Das war zumindest den Reden der zahlreich aufmarschierten Politiker zu entnehmen. Obwohl die neue 60 Millionen Euro teure Querung erst im Herbst 2020 für den Straßen- und Fußgängerverkehr freigegeben werden soll, lastet bereits gewaltiger Erwartungsdruck auf ihr.

Nachdem 2016 die statisch nicht mehr taugliche und über 100 Jahre alte „Eisenbahnbrücke“ abgerissen wurde, verloren tausende Pkw-Pendler die direkte Donauquerung zum Arbeitsplatz. Den Unmut über den Abriss ohne Ersatz gibt es noch immer. Ein Spalier von 14 Spaten war ein symbolisches Zeichen, wie sehr die neue Brücke rasch herbeigesehnt wird. Landeshauptmann Thomas Stelzer, ÖVP, sprach von einer „Riesenerleichterung“ und dass es keinen zeitlichen Spielraum mehr gäbe. Er und Verkehrslandesrat Günther Steinkellner, FPÖ, gestanden in der Verkehrsinfrastruktur gewaltigen Aufholbedarf ein.

Verkehrszuwachs

Da es in zehn Jahren laut Prognosen täglich um 75.000 Autofahrten mehr im Ballungsraum Linz geben soll, sei der Ausbau des öffentlichen Verkehrs massiv erforderlich, erklärte Steinkellner. Über die neue Donaubrücke soll somit auch eine zweite Linzer Straßenbahnachse geführt werden, außerdem die Mühlkreisbahn und eine neue Regiotram vom östlichen Mühlviertel ins Linzer Zentrum durchgebunden werden. Er sei zuversichtlich, dass der Bund nicht nur U-Bahnen in Wien, sondern auch das Linzer Großprojekte fördern wird, sagte Stelzer.

Alternativen gäbe es keine, hieß es. Das Verkehrsnetz sei für die Wirtschaftsentwicklung der Industriestadt ausschlaggebend, die neue Brücke die Hauptschlagader dafür, sagte Bürgermeister Klaus Luger, SPÖ. Im Herbst erfolgt im Westen der Stadt der Baustart für die Donaubrücke des seit Jahren erwarteten Westrings. An zwei jeweils zweispurigen Bypassbrücken der A7-Donau-Brücke baut die Asfinag bereits.