Chronik | Oberösterreich
08.04.2018

Naturnahe Gärten anlegen

Gestaltung. Heimische Pflanzen sichern Insekten das Überleben

Was kann der Einzelne gegen das Kleintier-Sterben tun? „Er kann hier ganz konkret etwas tun“, antwortet Gottfried Schindlbauer, Direktor der Naturschutzabteilung des Landes. „Wenn jemand einen Garten hat, soll er nicht die Null-8-15-Rasenmischung streuen, sondern Naturwiesensaatgut. Auf einigen Flecken kann man eine Blumenwiese machen. “ Man soll den Rasen auch nicht wöchentlich mähen, sondern nur gelegentlich.

Wenn man eine Hecke um den Garten anlege, soll man nicht auf Thujen zurückgreifen,  sondern auf heimische Sträucher wie zum Beispiel Schlehdorn. Heimische Sträucher dienen auch als Nistplätze für bestimmte Vogel- und Insektenarten.

Man könne sogar am Balkon Blütenpflanzen setzen. „Da kann man dann die Bienen und Hummeln beobachten, wie sie anfliegen und den Nektar holen. Wir haben hier sehr viel Informationsmaterial, das wir den Menschen kostenlos zur Verfügung stellen und auch zuschicken.“ Schon mit sehr wenig Platz kann ein Insektenhotel betrieben werden. Wer den Balkon  nutzen will, kann Kräuter anbauen, die Insekten beherbergen, wie zum Beispiel die Petersilie.

Sehr viele Wespen seien auf offene Flächen ohne Vegetation angewiesen. Diese offenen Flächen gebe es heute fast nicht mehr.

Jeder asphaltiere heute seinen Garagenvorplatz, damit er hier kehren  könne, sagt Schindlbauer. „Der einzelne Vorplatz macht nicht so viel aus, aber wir versiegeln in Österreich immer noch 20 bis 25 Hektar täglich. Das sind 30 Fußballfelder.“

Einen Garten zu pflegen, ist nicht nur eine gesunde Freizeitgestaltung. sondern ein attraktiver Garten ist eine Augenweide und bietet Entspannung. Nehmen Sie sich Zeit, gehen Sie mit offenen Augen durch die Natur und entdecken Sie die bunte Vielfalt Ihres Gartens.