Vor allem Inländer würden in  Linz nächtigen. Aber auch Deutsche, besonders Bayern, besuchen laut Linz Tourismus die Stadt gerne.

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Chronik Oberösterreich
07/19/2022

Nächtigungen in Linz fast auf Vorkrisenniveau

Nach zwei Corona-Jahren gehen die Zahlen wieder nach oben. Ob das umstrittene Werbevideo damit etwas zu tun hat, weiß niemand.

von Petra Stacher

Rund eine Million Mal wurde auf den unterschiedlichsten Kanälen mittlerweile jenes Linzer Werbevideo geklickt, das vor etwa einem Jahr mit Botschaften wie „Linz ist ein bissi rassistisch“ und „Linz ist eine Stadt für Senioren“ für Diskussion sorgte. „Man wird nach einem Jahr an den tatsächlichen Nächtigungen prüfen müssen, welchen Schaden das Video angerichtet hat“, sagte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) im August 2021 zum KURIER.

Nun liegen die Zahlen vor: Und diese seien durchaus positiv, wie Linz Tourismus am Dienstag in einer Pressekonferenz präsentierte. Wie viel das Video dazu beigetragen hat (oder nicht), sei jedoch schwer zu beurteilen.

Insgesamt 356.105 Nächtigungen verzeichnete Linz heuer im ersten Halbjahr. Bis dato war der Juni mit 84.774 Nächtigungen der stärkste Monat. Damit erreichte man fast Vorkrisenniveau. Zum Vergleich: 2019 gab es im Juni 88.331 Nächtigungen in Linz. Bis sie in den Corona-Jahren 2020 und 2021 auf 28.083 beziehungsweise 46.031 zurückgingen.

934.944 Nächtigungen verzeichnete die Stadt im gesamten Jahr 2019, ein Allzeit-Hoch. Nach zwei Corona-Jahren liegt man nun 2022 im ersten Halbjahr bei 356.105.

Werbung soll weitere Touristen in die Stadt locken. Im August wird deshalb von Linz Tourismus ein neues Video vorgestellt. Das letzte sorgte für viele Diskussionen.

Zwei Minuten und 54 Sekunden ist das Video „Linz ist Linz“ lang. Es verzeichnet mehr als eine Million Views.

Geschäftstourismus hinkt

„Die heurige Halbjahresbilanz ist sehr vielversprechend“, sagte Tourismusdirektor Georg Steiner. Wie Graz sei man aus der Krise gut herausgekommen. Wien und Salzburg würden sich da schwerertun. „Die hängen stärker vom internationalen Tourismus ab“ und dieser sei aufgrund der Corona-Regeln in anderen Ländern nach wie vor nicht richtig angelaufen.

So wie der Geschäftstourismus, der auch in Linz noch Aufholbedarf hat. Seit Corona werden viele Meetings ins Internet verlagert, Geschäftsreisen damit weniger. Dieses Loch werde derzeit von den Inlandstouristen kompensiert.

„Österreich ernährt Linz“, so Steiner. Die Menschen hätten Nachholbedarf. Vermehrt würden deshalb Kreuzfahrtschiffe am Linzer Hafen anlegen, wenn auch oft halb leer. Festivals und der Radtourismus bringen zudem Menschen in die Stadt. Noch bessere Bahnverbindungen nach Linz sowie Stellplätze für Wohnmobiltouristen seien Zukunftsvisionen.

Eine Tour durch Linz

Im neuen Tourismuskonzept lege man nun vermehrt Wert auf Pakete und Touren. So wolle man etwa für Trips entlang der Donau werben. Blogger würden bereits jetzt Routen durch Linz testen und die Werbetrommel rühren.

„Wir wollen unsere Werbung authentisch gestalten, ohne Klischees“, sagte Manfred Grubauer, Aufsichtratsvorsitzender von Linz Tourismus. Eine Zielvorgabe, aus der das umstrittene Video resultierte. 13 Preise hat Linz Tourismus dafür abgesahnt. Ob es positive Auswirkungen auf den Tourismus in der Stadt hatte, könne man aber nicht sagen. Dennoch werde man im August ein neues Video vorstellen: „Es ist ein ganz anderer Zugang, aber nicht weniger kreativ“, mehr verriet Steiner nicht.

Gespannt darauf ist Bürgermeister Luger: „Ich bin froh, dass das letzte Video keinen Schaden angerichtet hat. Den Nutzen seh’ ich aber auch nicht“. Er wünscht sich für die Zukunft eine bessere Abstimmung zwischen Stadtmarketing und Linz Tourismus. Dieser Wunsch könnte ihm mit einer neuen Leitung erfüllt werden: Wie Steiner und Grubauer verkündeten, werden sie ihre Position im März 2023 altersbedingt zurücklegen.

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