© Atzenhofer Wolfgang

Chronik Oberösterreich
10/17/2019

Nach Messerattacken in OÖ: 40 Leute bei Identitären-Kundgebung

Identitären-Chef Martin Sellner hielt am Marktplatz von Leopoldschlag eine Ansprache - bei starker Polizeipräsenz.

Auf mäßig Resonanz ist Donnerstagabend in Leopoldschlag im Bezirk Freistadt die Mahnwache der Identitären anlässlich der Messerattacken eines Asylwerbers im Ortsteil Wullowitz mit einem Toten und einem lebensgefährlich Verletzten gestoßen. Die Polizei bezeichnete die rund 30-minütige Kundgebung von "40 Personen" als "unspektakulär".

Im Vorfeld hatte die Kundgebung für große Empörung gesorgt - der KURIER berichtete. Dementsprechend zahlreich war auch Exekutive erschienen: Rund zwölf uniformierte Beamte und mehrere Polizisten in Zivil waren auf den Marktplatz gekommen.

Schon im Voraus hatte die Gemeinde auf ihrer Homepage auch im Namen der Angehörigen des Getöteten dazu aufgerufen, nicht zu der Veranstaltung zu kommen. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) appellierte ebenso fernzubleiben und warnte vor einem Missbrauch der Geschehnisse vom Montag.

Die Teilnehmer der Kundgebung hatten sich rund um eine Heiligensäule versammelt. Nur wenige kamen aus dem Ort, zu Beginn wurden Grabkerzen an sie verteilt. Identitären-Chef Martin Sellner trat mit einem Co-Redner auf.

In ihrer Ansprache schimpften die beiden über die "etablierte Politik" und wehrten sich gegen den Vorwurf, die Attacken auszuschlachten. "Wir sind hier, um zu trauern für den Franz G., aber es ist auch eine politische Demonstration, hieß es.

Vereinzelt waren aus der Ferne Buh-Rufe zu hören, größere Störaktionen blieben aber aus. Am Ende der Kundgebung stiegen die Teilnehmer auf die Treppen der Heiligensäule, um eine Gedenkminute abzuhalten. Nach knapp 30 Minuten war die Kundgebung vorbei - angemeldet war sie für eineinhalb Stunden. 

Hintergrund

Ein 33-jähriger Afghane soll in einer Flüchtlingsunterkunft in Wullowitz wegen eines Streits über einen Job auf einen 32-jährigen Betreuer eingestochen haben. Auf der Flucht hat er laut Ermittlungen in einer Garage den 63-jährigen Landwirt erstochen, um an dessen Auto zu gelangen. Mit diesem flüchtete er nach Linz, wo er von der Polizei am späten Abend gefasst wurden. Am Mittwoch wurde über den Mann die U-Haft verhängt.

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