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Chronik Oberösterreich
10/16/2019

Messerattacke in OÖ: Afghane stach nach Streit über Arbeitsleistung zu

Verdächtiger nahm zu Aussprache mit Betreuer ein Messer mit. Landessicherheitsrat beriet über Maßnahmen.

Der 33-jährige Afghane, der am Montag in Wullowitz (Bezirk Freistadt) einen Bauern erstochen und einen Flüchtlingsbetreuer schwer verletzt haben soll, ist von der Polizei einvernommen worden. Wie Landespolizeidirektor Andreas Pilsl am Mittwoch bei einer Pressekonferenz nach einer Sitzung des OÖ-Landessicherheitsrats mitteilte, war das Motiv ein Streit um die Arbeitssituation des Mannes.

Der Verdächtige habe zu gewissen Zeiten arbeiten wollen und galt als unzuverlässig. Man habe ihm klargemacht, dass dies nicht gehe, worauf es zu einer Aussprache kam, zu der der Afghane bereits ein Messer mitnahm. Als es kein Einlenken in seinem Sinne gab, sei der Mann auf den Betreuer losgegangen, schilderte Pilsl. Allerdings habe er nicht vorgehabt, den Mitarbeiter des Roten Kreuzes zu töten.

Auf seiner Flucht wollte sich der 33-Jährige ein Auto besorgen, scheiterte aber mit seinen Versuchen, einen Pkw aufzubrechen. Als er den Altbauern bei dessen Kfz sah, habe er dessen Autoschlüssel verlangt und mit seinem Messer zugestochen, da der 63-Jährige um Hilfe rief. Mit dem Auto des Getöteten fuhr der Afghane anschließend mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Linz.

Laut dem Landespolizeidirektor wurde das Handy des Verdächtigen mittlerweile ausgewertet. Dieser sei ein tiefreligiöser Mensch, aber es gebe keinerlei Hinweise auf eine Radikalisierung.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) drückte im Namen des gesamten Landessicherheitsrats der Familie des Getöteten sein Beileid aus. Zudem hoffe man, dass der lebensgefährlich verletzte Betreuer wieder gesund werde. Man könne das Geschehene nicht ungeschehen machen, müsse aber die Lehren ziehen, um die Sicherheit der Menschen zu erhöhen und ein besseres Miteinander zu gewährleisten.

Man habe rechtliche und organisatorische Maßnahmen im Sicherheitsrat besprochen. So sei es zwar gelungen, die Asylverfahren der ersten Instanz zügiger abzuwickeln, dafür gäbe es nun einen Rückstau beim Bundesverwaltungsgericht. Laut Stelzer müsse man hier Personal bereitstellen und Verfahren für auffällige Asylwerber vorreihen. Weiters wolle man den Informationsaustausch zwischen Organisationen und Exekutive verbessern und müsse bei jenen, die das Gastrecht in Österreich missbrauchen, schneller abschieben können.

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