© Matthias Lauber

Chronik Oberösterreich
10/14/2019

Nach tödlicher Messerattacke in OÖ: Verdächtiger gefasst

Die Polizei hat jenen Verdächtigen gefasst, der einen Betreuer mit einem Messer attackiert und einen Bauern erstochen haben soll.

Im oberösterreichisch-tschechischen Grenzgebiet ist es Montagnachmittag laut Polizei zu einem Mord und einem versuchten Mord gekommen. Ein 33-jähriger Afghane soll in einer Asylwerberunterkunft in Wullowitz (Bezirk Freistadt) einen Betreuer mit einem Messer lebensgefährlich verletzt und auf der Flucht einen unbeteiligten Autofahrer erstochen haben. Der Asylwerber soll mit dem Auto des Opfers geflüchtet sein, berichtete die Polizei in OÖ.

Die Polizei hat den Verdächtigen schließlich gegen 21.30 Uhr  im Großraum Linz gefasst. Der 33-jährige Afghane wurde in Polizeigewahrsam genommen, näheres gab die Exekutive vorerst nicht bekannt. Der Mann soll laut Polizeisprecher David Furtner voraussichtlich erst am Dienstag einvernommen werden. Details zur Festnahme gab er noch nicht bekannt, man sei jetzt erst einmal froh, den Verdächtigen geschnappt zu haben, so dass die „Bevölkerung beruhigt schlafen gehen“ könne. Über die Tatwaffe war nur bekannt, dass sie nicht ident mit jener war, die im Asylwerberheim verwendet wurde. Beide wurden bisher noch nicht sichergestellt.

Das 32-jährige Betreuer erlitt bei der Attacke lebensgefährliche Stichwunden und wurde mit einem Hubschrauber in ein Linzer Krankenhaus geflogen. Der Verdächtige flüchtete vorerst mit einem Fahrrad.

Verdächtiger erstach Bauern und flüchtete mit dessen Auto

Nur rund 300 Meter Luftlinie vom ersten Tatort entfernt, bemerkte der Flüchtige bei einem Haus ein Auto, in dem ein Mann saß, rekonstruierte eine Polizeisprecherin den weiteren Tathergang. Der Verdächtige ging auf den 63-Jährigen los und stach mit einem spitzen Gegenstand auf ihn ein. Für den Altbauern kam jede Hilfe zu spät.

Soll schon bei Führerscheinfahrt aufgefallen sein

Am Abend wurden indes weitere Details zum Verdächtigen bekannt: Der Verdächtige sei 2015 im Asylheim aufgenommen worden, lebte aber seit eineinhalb Jahren in einer Wohnung, sagte Hubert Koller, Bürgermeister von Leopoldschlag, in der ZiB2. Der Vater zweier Kleinkinder (ein halbes und zwei Jahre alt) habe für die Gemeinde gearbeitet, sei aber zuletzt immer unzuverlässiger geworden. Warum er sich dennoch am Montag in der Unterkunft aufhielt und den  Betreuer mit einem Messer lebensgefährlich verletzte, war vorerst unklar.

Bereits im Juli sorgte der Mann für Schlagzeilen: Bei einer Führerschein-Prüfung war er durchgedreht und kurvte eine Viertelstunde auf dem Übungsplatz mit vollem Tempo und quietschenden Reifen herum.

Die Freistädter Fahrschule bestätigte gegenüber der OÖN, dass es sich um den selben Mann handelte.