Chronik | Oberösterreich
27.08.2018

Nach Dürre suchen Bauern nach neuen Alternativen

Neue Welser Messe "AgroTier" im Zeichen der Trockenheit.

Auch 60 Liter Regen pro Quadratmeter, wie sie am Wochenende in manchen Teilen Oberösterreichs gefallen sind, können die Ernten vieler Bauern nicht mehr retten. Die Ackerkulturen wie der Mais müssen derzeit frühzeitig abgeerntet werden. Damit sich für Grünlandbauern noch ein Grasschnitt ausgeht, müsste es bald dringend noch ein paar Regentage geben, erklärte OÖ Bauernkammerpräsident Franz Reisecker.

Viele Wiesen seien so ausgedörrt, dass auf ihnen großflächig neues Gras angebaut werden muss. „Auch das ist jetzt noch gar nicht möglich, weil die Sämaschinen gar nicht ins trockenen Erdreich eindringen können“, schilderte Reisecker weitere Probleme. Unterdessen werden von der Maisernte für den August noch nie gekannte Trockenwerte gemeldet. Reisecker: „Das wäre ja positiv, aber leider sind halt die Erntemengen heuer entsprechend niedrig“.

Die Dürre wird auch eine in der nächsten Woche in OÖ anstehende neue Agrarplattform thematisch bestimmen. Im Rahmen der neu konzipierten Welser Herbstmesse gibt es mit der Landwirtschaftsschau „AgroTier“ eine Premiere. Über 300 der 540 Messeaussteller werden sich zu den Themen Tierzucht und Grünland präsentieren. Oberösterreich sei bei Milch sowie bei der Rinder- und Schweinehaltung in Österreich führend, dazu gebe es bedeutende Agrarmaschinenproduzenten, die sich der internationalen Agrarszene zeigen müssen, sagte Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, ÖVP. Gerade wegen der aktuellen Probleme biete die „AgroTier“ den Bauern eine wichtige „Perspektive und Kommunikation“ an.

Vorzeigeprojekte

Klimatische Veränderungen, hitzebeständigere Pflanzensorten oder auch gleich der Umstieg auf andere Produktschienen werden durch Aussteller und Info-Stände der Bauernkammer thematisiert werden. Und den Bauern werden auf einem „Marktplatz der Ideen“ auch Vorzeigeprojekte präsentiert, wie sie Einkommen am Hof halten können. Zu Beispiel Popcorn aus dem Innviertel , echten Strohhalme statt Plastiktrinkhalme, Wiesenhühnereier, Alpenkaviar oder ein Kindergarten am Bauernhof.

Wolfgang Atzenhofer