Emissionen im Linzer Zentrum müssen gesenkt werden

© Atzenhofer Wolfgang

Chronik | Oberösterreich
07/03/2019

Fahrverbot ab 2022: 150 alte Taxis werden aus Linz verbannt

Das Land OÖ und die Stadt Linz starten ein Aktionsprogramm, um EU-Vertragsverletzungsverfahren und Strafen zu entgehen.

Mit einem aus 32 einzelnen Maßnahmen bestehenden Paket wollen das Land Oberösterreich und die Stadt Linz Luftverbesserungsmaßnahmen durchsetzen. So sollen EU-Grenzwerte der Luftemissionen, die eigentlich seit vier Jahren gelten, erreicht werden.

Damit will Oberösterreich einem Vertragsverletzungsverfahren der EU und damit verbundenen Strafzahlungen in massiver Höhe entgehen. „Wir stehen unter Zeitdruck, weil wir säumig sind“, begründete Landeshauptmann Thomas Stelzer die nun ausverhandelte Aktion.

Das Bündel an Maßnahmen wird kommenden Montag in der Sitzung der oö. Landesregierung beschlossen. Konkret geht es darum, die erhöhten Stickstoffdioxidwerte (NOx) im Zentrum der Stadt Linz und vor allem bei der Messstelle Römerbergtunnel unter den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu senken. 2015 lag dieser Wert bei 48,4 und 2017 noch immer bei 43,4 Mikrogramm.

Alte Taxis werden ausgesperrt

Im Katalog der konkreten Handlungsschritte, die auch der Bundesregierung und der EU-Kommission bekannt gegeben werden, sind vor allem die Linzer Taxi-Unternehmen jene Gruppe, die am schnellsten zum Handkuss kommen. Für überalterte Fahrzeuge in den Taxiflotten, die noch den Abgasklassen Euro 0 bis 3 angehören, wird nämlich ab Mitte 2020 ein Fahrverbot für Linz verhängt.

Den Betrieben werde aber der Umstieg auf Elektro- oder Hybridautos mit einer Förderung von 14.500 Euro schmackhaft gemacht, kündigten Umweltlandesrat Rudi Anschober und Wirtschaftlandesrat Markus Achleitner an. Von 430 in Linz betriebenen Taxis werden 90 Prozent mit Diesel betrieben und davon gehören wiederum 40 Prozent den schlechtesten Abgasklassen an - das sind insgesamt rund 150.

Neue Ladestationen für Donauschiffe

Weitere konkrete Maßnahmen betreffen das Aufdecken und Verhindern der Abgasmanipulationen bei Diesel-Lkw durch sogenannte AdBlue-Killer. Gemeinsam mit NÖ und Wien werden in Linz und OÖ Landstrom-Ladestationen für Donauschiffe errichtet. Damit soll der Betrieb der stundenlang rauchenden Dieselaggregate der Donauliner vermieden werden.

Weiters wird in der Stadt Linz die Infrastruktur für E-Mobilität massiv ausgebaut. Busschleusen an den Einfahrtsstraßen sollen Pendler zum Autoverzicht bewegen. So wie auch das schon am Dienstag präsentierte große Schienen-Infrastrukturpaket, das Investitionen von 600 Millionen Euro in die nach Linz fahrenden Regionalbahnen vorsieht. Außerdem soll der Ausbau des Radnetzes in und rund um Linz massiv ausgebaut werden.