Bis zu 300 Einzelblüten kann eine Rapspflanze tragen. Rechnet man dies auf ganze Felder hoch, kommt man auf Millionen.

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Chronik Oberösterreich
04/26/2021

Bienen fliegen auf das gelbe Blütenmeer

Bald beginnen die Rapsfelder zu blühen. Sowohl Landwirte als auch Imker können sich darüber freuen.

von Petra Stacher

Jedes Jahr sind sie wieder ein schöner Anblick: strahlend gelbe Rapsfelder. Und bald ist es wieder soweit, steht die Blüte doch kurz bevor. Bis zu 300 Einzelblüten kann eine Pflanze dann tragen. Rechnet man das auf die Größe der Felder hoch, kommt man auf etliche Millionen Blüten. Kein Wunder, dass sich dort auch viele Bienen tummeln.

Agrarlandesrat Maximilian Hiegelsberger (ÖVP) erklärte am Montag in einer Pressekonferenz, warum diese Symbiose für Landwirte und Imker so wichtig ist.

Frühjahrstracht

Österreichweit gibt es fast 32.000 Imker mit insgesamt etwa 420.000 Bienenvölkern. Mit 80.000 Völkern und 8.020 Imkern liegt OÖ bundesweit übrigens an der Spitze. Demgegenüber stehen 7.000 Hektar Raps in OÖ und 31.000 österreichweit. „In Österreich haben sich die Rapsflächen von 58.000 ha seit 2013 aber beinahe halbiert“, sagt Hiegelsberger. Ein Grund sei, dass die Pflanze intensive Pflege benötige. Dennoch gelte Raps neben der Obst- und Löwenzahnblüte als eine der wichtigsten Frühjahrstrachten. Dabei gilt Raps eigentlich als selbstbefruchtend: 70 Prozent des Samenansatzes erfolgt durch Selbstbestäubung oder wird durch den Wind fremdbestäubt.

Bleiben noch 30 Prozent übrig. „Durch den Einsatz von Honigbienen und blütenbestäubenden Insekten ist bei optimalen Bedingungen eine Steigerung des Körnerertrags von durchschnittlich 25 bis 30 Prozent zu erwarten“ sagt Hiegelsberger. 700 Kilogramm mehr Kornertrag pro Hektar könne also gewonnen werden.

Miteinander

Heißt also, mehr Ertrag für die Bauern – gleichzeitig aber auch mehr Ertrag für die Imker. Denn mehr Blüten heißt mehr Nektar und folglich mehr Honig. Zudem werde das Bienenvolk gestärkt, können die Tiere durch diese Nahrungsgrundlage doch schneller wachsen.

Elisabeth Lanzer, Erwerbs- und Bestäubungsimkerin, fährt mit ihren Bienen deshalb jährlich auf Rapsfelder: „Für die Bestäubung werden sieben bis neun Bienenvölker pro Hektar empfohlen.“ Und bis zu 15, wenn man aus Raps reichlich Honig gewinnen wolle.

Eine Win-win-Situation, die mehr Landwirte und Imker nutzen könnten. Die Kommunikation zwischen den beiden Parteien solle deshalb verbessert werden, so Hiegelsberger: „Imkerei und Landwirtschaft sind natürliche Partner, müssen miteinander und nicht übereinander reden.“

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