Es war einmal: Thomas Stelzer und Michael Strugl

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Chronik | Oberösterreich
12/09/2018

„Behaltet mich in guter Erinnerung“

Michael Strugl rief zum Abschied seine schwarzen Kollegen auf, das Richtige zu tun

Es waren wohl seine besten Reden, die er gehalten hat. Landeshauptmannstellvertreter Michael Strugl verabschiedete sich Mittwoch im Landtag, abends wurde er vom ÖVP-Landtagsklub im Linzer Schloß gewürdigt. „Es war großartig mit Euch. Es war mir ein Privileg und eine Ehre, dem Land zu dienen. Macht es gut und behaltet mich in guter Erinnerung“, sagte er zu den Abgeordneten und seinen Mitarbeitern.

Wenn man 30 Jahre in der Politik gearbeitet habe, hinterlasse das Spuren, manchen Kratzer und manche Narbe. „Es war nicht immer ganz leicht für mich, ich weiß auch, dass es für die Partei nicht leicht war mit mir“, resümierte er. Es sei nicht immer leicht das zu tun, wofür die Politiker da seien, nämlich zu gestalten. „Wir können es nicht immer allen Recht machen. Das macht aber nichts, wenn man weiß, dass man das Richtige tut.“ Er sei dem nachgekommen, nach dem Motto des Oberösterreicher-Marsches: Frisch außa wia’s drin is, net kriacha am Bauch, in’s G’sicht schaun und d’Händ gebn ist Obaösterreicher Brauch.

Landeshauptmann Thomas Stelzer würdigte Strugl als „Freund seit drei Jahrzehnten“, wiewohl es vor drei Jahren einen heftigen Konflikt um die Finanzkompetenzen gegeben hat. Den größten Ruf habe sich Strugl als Wahlkämpfer erworben, „Du hast zumindest 15 erfolgreiche Wahlkämpfe geführt“. Er erinnerte an den Beginn Strugls 1987. „Du bist Gott sei Dank bei der ÖVP gelandet, als Pressereferent des Seniorenbundes, was heute besser zu Dir passen würde.“

Freund und Feind hätten das offene Wort Strugls geschätzt. „Diese Offenheit ist ein Markenzeichen.“ Dass er, Stelzer, den Budgetweg ohne Neuverschuldung gleich zu Beginn eingeschlagen habe, habe auch damit zu tun gehabt, dass Strugl diesen Weg mitgegangen sei. An Anspielung auf die schwierige Finanzsituation in Linz sagte Stelzer: „Deshalb müssen wir weder die Energie AG noch irgendetwas Anderes verpfänden.“