Das letzte Mal verlieh Intendant Prokopetz (l.) mit Stadtchefin Schachner den Spaßvorgel: Diesmal erhielt Gerry Seidl die Trophäe

© Ybbsiade, Gerald Riedler

Chronik Niederösterreich
10/29/2021

Ybbsiade: Neuer Spaßvogel, aber Joesi Prokopetz geht

Gerry Seidl erhielt Spaßvogel-Trophäe. Intendant Prokopetz und Stadt Ybbs verlängern Vertrag nicht mehr.

von Wolfgang Atzenhofer

„Eine Erkenntnis, die nicht wehtut, ist keine.“ Philosophisch und humoristisch knapp kommentierte Joesi Prokopetz am Donnerstagabend beim Kabarettfestival Ybbsiade seinen überraschenden Rückzug als Intendant mit Jahresende. In irgendeiner Weise ist auch der Altmeister des feinen Bühnenklamauks ein Opfer der Pandemie.

Die für das Frühjahr 2020 geplante 32. Ybbsiade, die ja coronabedingt verschoben werden musste, geht nun in der neuen Ybbser Stadthalle etappenweise über die Bühne. Am Donnerstag beim ausverkauften Auftritt von Gery Seidl, wurde diesem  mit eineinhalbjähriger Verspätung die traditionelle Festival-Auszeichnung, der Ybbsiade-Spaßvogel, von Intendant Prokopetz überreicht. Seidl wusste nichts von der Ehrung und war sichtlich überrascht und erfreut. „Gery Seidl ist einer der ganz großen österreichischen Künstler, der von Beginn an die Kabarettszene bereichert hat, er gehört jetzt zu den großen Namen. Eine Freude für mich, ihm den Spaßvogel überreicht zu haben“, begründete Prokopetz die Auswahl Seidls.

Vertrag läuft aus

Die Wermutstropfen in der kleinen Vorfeier vor dem Kabarettabend bescherte dann die Botschaft, dass der Intendanten-Vertrag von Joesi Prokopetz mit Jahresende ausläuft. Der Vertrag mit der Stadtgemeinde Ybbs wurde in beiderseitigem Einverständnis kein weiteres Mal verlängert.

Der Intendanz-Vertrag von Joesi Prokopetz war im ersten Pandemiejahr 2020 um ein weiteres Jahr verlängert worden, nachdem der Vertrag 2015 auf fünf Jahre fixiert worden war. Er wird seine Agenden noch bis Ende des Jahres wahrnehmen und verabschiedet sich mit dem heuer letzten (verschobenen) Programmpunkt am 11. Dezember beim Auftritt von Lukas Resetarits.

Sparmaßnahmen

Die Ybbser Bürgermeisterin Ulrike Schachner (SPÖ) nannte finanzielle Gründe für den Ausstieg Prokopetz’. „Wir haben die Zusammenarbeit mit Joesi Prokopetz sehr geschätzt und waren enorm stolz einen berühmten österreichischen Künstler als Testimonial und Unterstützer unseres Festivals gewonnen zu haben. Primärer Grund ist die finanzielle Lage, die Corona noch verschärft hat, den Vertrag nicht noch um ein weiteres Jahr zu verlängern. Wir müssen alle Ressourcen genauestens prüfen und einsetzen“, sagte sie.

Groß sei die Freude allerdings, dass Joesi Prokopetz im Rahmen der Ybbsiade 2022 als Künstler mit seinem neuen Programm auftreten wird, kündigte die Stadtchefin an.

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