Kontrollen in der Schutzzone am Bahnhof

© Patrick Wammerl

Faktencheck
09/17/2019

Wr. Neustadt: Bahnhof als waffenfreie Zone ?

Wunsch der Politik könnte schon bald umgesetzt werden. Mehr als 2.000 Betretungsverbote seien ein deutliches Signal.

von Patrick Wammerl

Der bereits zweite Mordversuch binnen zweieinhalb Wochen mit einem Messer heizt die Debatte um ein von der Politik gefordertes Waffenverbot in Wiener Neustadt kräftig an. Verhindert hätte ein solches Verbot die tätlichen Angriffe freilich nicht. Die beiden tatverdächtigen Asylwerber haben sich nicht einmal an das seit Jahresbeginn in ganz Österreich für sie geltende Waffenverbot gehalten und ein Messer bei sich getragen.

Manuel K. (Name von der Redaktion geändert) liegt auf der Unfallchirurgie des Wiener Neustädter Krankenhauses. Der Familienvater und Türsteher des bekannten Afterhour-Lokals „Cafe Premiere“ kann von Glück sprechen, noch am Leben zu sein.

Der 21-jährige syrische Asylweber Abdullah S. soll im Streit dem Sicherheitsmann ein Klappmesser in den Hals gerammt haben.

Der junge Syrer soll sich zuvor an einem weiblichen Lokalgast vergriffen und die junge Frau attackiert haben. Gäste und der 38-jährige Sicherheitschef beobachteten die Szenen und kamen dem Opfer zu Hilfe. „Ich habe ihn genommen und bin mit ihm aus dem Lokal. Er hat sich gewehrt und war sehr aggressiv“, so der Türsteher. „Auf der Straße dachte ich, dass die Sache damit erledigt sei. Plötzlich sah ich nur noch das Blut rinnen“, schildert Manuel K.

Alkohol im Spiel

Zeugen zufolge hatte der Angreifer blitzschnell ein Klappmesser gezückt und es dem Sicherheitsmann von oben in den Hals gestochen. Anschließend flüchtete Abdullah S.. Er wurde in der Nähe des Tatortes von der Polizei festgenommen, die Beamten fanden auch die blutige Waffe. Der tatverdächtige Syrer war alkoholisiert.

Manuel K. ist heilfroh, noch am Leben zu sein und seine Kinder in die Arme schließen zu können. Seinem Nebenjob als Türsteher wird er nie wieder nachgehen.

Auch wenn nicht jede Bluttat mit Verboten und Gesetzen verhindert werden kann, so wünschen sich Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) und sein FPÖ-Stellvertreter Michael Schnedlitz noch mehr Instrumente zum Handeln. Darunter fällt für sie das sektorale Waffenverbot, das beide gerne im gesamten Stadtgebiet hätten. „Die Polizei ist dabei, die Situation zu analysieren und zu bewerten. Dazu gehört auch, das Gefährdungspotenzial aus den Erfahrungen vor Ort zu evaluieren. Als Ergebnis erwarte ich mir einen Vorschlag der Exekutive für die Umsetzung eines möglichen Waffenverbots“, so Schneeberger. Er wolle ein Werkzeug für die Beamten, um deren Spielräume und Möglichkeiten zu erweitern.

Vorbild Wien

Auch wenn das „subjektive Sicherheitsgefühl“ durch die Messerattacken freilich leidet, so bewegt sich die Gesamtkriminalität in Wiener Neustadt generell auf einem konstant niedrigen Niveau. Deshalb ist ein sektorales Waffenverbot für das gesamte Stadtgebiet äußerst unwahrscheinlich. Auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ist mit diesem Vorstoß in Wien gescheitert. Stattdessen wurde an einem der Hotspots, dem Praterstern, ein solches Verbot verhängt. Im ersten Monat konfiszierte die Polizei dort 18 Hieb- und Stichwaffen.

Eine solche Lösung ist laut Polizei-Insidern auch für Wiener Neustadt denkbar. Speziell in der Schutzzone am Bahnhof zeigt die Zahl der Betretungsverbote, dass es immer noch dringenden Handlungsbedarf gibt. Für den Fall, dass die Landespolizeidirektion am Bahnhof eine Waffenverbotszone verhängt, muss diese alle drei Monate evaluiert werden.

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