Fast jeder zweite Betrieb in Niederösterreich rechnet in den kommenden 12 Monaten mit steigenden Umsätzen.

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Chronik Niederösterreich
07/28/2021

Wirtschaftsbarometer: Der Optimismus der Unternehmer

In Niederösterreich rechnet fast jeder zweite Betrieb mit steigenden Umsätzen. Auch das Investitionsklima hat sich verbessert.

von Martin Gebhart

„Diese Zuversicht müssen wir weiter fördern.“ Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer NÖ, kann zufrieden auf die aktuellen Werte des Wirtschaftsbarometers blicken. Nach Monaten des Lockdowns, der Unsicherheit, der Beschränkungen macht sich nach den Öffnungsschritten unter den niederösterreichischen Unternehmen wieder starker Optimismus breit. Man rechnet mit Wachstum und setzt wieder verstärkt auf Investitionen.

Konkret rechnen 47 Prozent der Firmen in den kommenden 12 Monaten mit Umsatzzuwächsen. Ein halbes Jahr zuvor war dieser Wert bei rund 20 Prozent zu finden. Umgekehrt gehen laut dem Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer nur noch 15 Prozent der Betriebe von sinkenden Umsätzen aus, im Winter waren es noch 36 Prozent gewesen.

47 Prozent optimistisch
Der Optimismus ist zurück in der Wirtschaft. 47 Prozent der Betriebe glauben in den kommenden 12 Monaten an ein Umsatzplus. Im Winter waren es bloß 20 Prozent gewesen.

Investitionen in Digitalisierung
Verbunden mit dem positiven Blick in die Zukunft wird auch wieder mehr investiert. Am meisten (59 Prozent) in Digitalisierungsmaßnahmen.

Stabilität

Für Ecker sind die zentralen Elemente für die Zuversicht „Planbarkeit und Verlässlichkeit für unsere Unternehmen. Die Betriebe brauchen Stabilität, nicht ständig und noch dazu oft äußerst kurzfristig veränderte Regelungen.“ Was wohl auch als sanfter Hinweis an die Regierung für den künftigen Umgang mit der Pandemie gedeutet werden muss.

Das positive Geschäftsklima hat auch Auswirkungen auf die Investitionsfreudigkeit der Wirtschaftstreibenden. 75 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass ihr Investitionsvolumen steigt oder zumindest gleich bleibt. Auch da hatte das Wirtschaftsbarometer im Winter schlechtere Zahlen ausgewiesen.

Meist sind Digitalisierungsmaßnahmen (59 Prozent) das Motiv für Investitionen. Auf den Plätzen dahinter folgen Kapazitätsauslastungen (50 Prozent) und neue grüne Technologien (49 Prozent). Ecker: „Auch hier bestätigt sich der optimistische Zukunftsblick.“ Man würde sich diesen Zukunftsthemen wie eben der Digitalisierung widmen.

Gegen Lohnnebenkosten

Der Optimismus ist auch mit Wünschen verbunden. An erster Stelle (77 Prozent) liegt der Ruf nach einer Senkung der Lohnnebenkosten, dahinter folgt die Forderung nach einer Senkung der Körperschaftssteuer (KöST). Stark nachgefragt ist auch, dass ein Investitionsfreibetrag als Nachfolgemaßnahme zur Investitionsprämie eingeführt wird. Für Präsident Ecker ein Schritt, um das positive Investitionsklima aufrecht zu erhalten: „Es ist wichtig, diesem Investitionsschwung nach dem Auslaufen der Investitionsprämie neuerliche zusätzliche Impulse zu geben.“ Der Staat müsse finanzielle Anreize setzen.

Spannend ist in diesem Zusammenhang, dass bei den steigenden Investitionsvolumina der Handel vorne liegt (39 Prozent), gefolgt von der Industrie (36 Prozent). Bei ökologischen, nachhaltigen Investitionen liegt wiederum die Sparte „Transport und Verkehr“ mit 77 Prozent an der Spitze, gefolgt vom Handel (66 Prozent).

Wenn es um die steigende Auftragslage in den kommenden Monaten geht, sieht das Wirtschaftsbarometer die Industrie (60 Prozent) vorne – gefolgt von „Transport und Verkehr“ (55 Prozent). Schlusslicht ist „Tourismus und Freizeitwirtschaft“ (34 Prozent), wo wegen Corona noch immer große Unsicherheit vorherrscht.

Gebremster Optimismus in Industrie

Konjunkturbarometer. Nicht ganz so euphorisch wie die Wirtschaftskammer ist die Industriellenvereinigung NÖ mit ihrem Konjunkturbarometer. Die Werte zeigen zwar auch nach oben, für die zweite Jahreshälfte sind die Unternehmen allerdings etwas pessimistischer gestimmt.

35 Unternehmen mit insgesamt rund 15.000 Beschäftigten wurden befragt.  Beurteilt werden die aktuelle Geschäftslage und die Prognose für die kommenden sechs Monate. Der Wert ist da im zweiten Quartal von +30,6 auf +32 Punkte gestiegen. Die Detailergebnisse zeigen aber, dass der Bewertungssaldo für die Geschäftslage im zweiten Halbjahr von +18 auf +8 Prozentpunkte fällt. Thomas Salzer, Präsident der  Landes-IV: „Der Höhepunkt des konjunkturellen Aufschwungs dürfte jetzt wohl erreicht sein.“ Die Durchimpfungsrate müsse erhöht werden, damit der Aufschwung nicht abbricht.

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