Wallseer FEuerwehrkommandant Markus Bruckner und die beiden Lebensretter Adi Hota und Stefan Binder

© Atzenhofer Wolfgang

Chronik Niederösterreich
07/13/2020

Wallsee: Männer retteten Frau aus in der Donau versunkenem Auto

Feuerwehrleute im Privatboot waren bitzschnell zur Stelle. Ungesicherter Pkw rollte mit Insassin über die Uferböschung.

von Wolfgang Atzenhofer

Dieses Mal hatten die Feuerwehrleute aus Wallsee (Bezirk Amstetten) mehr Glück. Im Privatboot waren am Sonntagabend zwei von ihnen gemeinsam mit einem Bekannten blitzschnell zur Stelle, als eine Frau in einem Pkw in der Donau unterging. Den Männern gelang es, die Frau zu befreien und sicher ans Ufer zu bringen.

Vor drei Wochen, als die Feuerwehrleute beim nahen Kraftwerk Wallsee einen Oberösterreicher aus der Hochwasser führenden Donau gezogen hatten, war leider jede Hilfe zu spät gekommen.

„Ich bin einfach nur froh, dass es der Frau gut geht“, sagt Stefan Binder, der auch bei dem tödlichen Hochwassereinsatz im Juni das Opfer aus dem Wasser gefischt hatte. Es seien dramatische Minuten gewesen, die sich da am Sonntag bei der Schiffsanlegestelle Wallsee abgespielt haben, schildert Binder.

„Wir waren mit dem Boot draußen, als ich bemerkte, dass da etwas nicht stimmt. Wir sind hingefahren, zu zweit ins Wasser gesprungen und konnten die Frau, die am Beifahrersitz angeschnallt war, aus dem Auto holen“, berichten Stefan Binder und sein Feuerwehrkollege Adi Hota. Der Wagen ging in der Donau völlig unter. Auf der Anfahrt mit dem Bott war überhaupt nicht klar ob sich jemand in dem Wagen befindet. Am Ufer haben die Männer aber dann die völlig aufgelöste Pflegerin gesehen. "Wir haben sie gefragt ob noch jemand im Auto ist. Sie hat und dann zugerufen, dass die Frau noch drinnen ist", erinnert sich Binder. "Ich habe mich mit den Füßen abgestemmt und unter Wasser die Beifahrertür aufgezogen. Die Frau war noch im Gurt, ist aber mit dem ganzen Körper im Wageninneren an die Decke gedrückt worden", beschreibt Hota die abenteuerliche Rettung. Es sei ihm gelungen das Opfer aus dem Wagen zu ziehen. Er und Binder hoben die Frau dann im rund drei Meter tiefen Wasser an die Oberfläche und brachten sie ans Ufer. Dort kam die schwer geschockte Mostviertlerin wieder zu sich, stammelte verwirrende Sätze und atmete durch.

Fotostopp

Wie sich herausstellte, war die 55-jährige Strengbergerin mit ihrer Pflegerin im Wagen unterwegs gewesen. Das Duo hielt am Wallseer Donauufer an und die Fahrerin stieg aus, um kurz ein paar Fotos zu knipsen. Offenbar hatte sie dabei die Handbremse nicht oder schlecht angezogen. Jedenfalls begann der Wagen mit der hilflosen Beifahrerin im Inneren über die Uferböschung zu rollen und versank schließlich in der Donau.

Gleichzeitig mit der von den Männern im Boot vom Wasser aus gestarteten Rettungsaktion alarmierte ein weiterer Augenzeuge die Rettungskräfte. Die aus dem gesunkenen Auto gerettete Frau soll laut Angaben der Feuerwehr lediglich eine Unterkühlung erlitten haben. Das Team des Notartzhubschraubers Christophorus 15 übernahm ihre Versorgung und flog sie ins Landesklinikum Amstetten.

Um das Auto vom Donaugrund zu holen, wurden Feuerwehrtaucher zum Unfallort beordert. Mit ihrer Hilfe und dem Einsatz einer Seilwinde konnte der Unfallwagen rasch geborgen werden. Drei Feuerwehren und die NÖ Tauchgruppe West standen im  Einsatz.

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